Nach Angaben des "Berliner Tagesspiegel" übernimmt Hans Meyer bis zum Saisonende den Trainerposten bei der abstiegsbedrohten Hertha. "Dieter Hoeneß hat ihn überzeugt. Wir haben Meyers Wort", zitiert die Zeitung einen Hertha-Verantwortlichen, "Er ist unser Wunschkandidat und ich sehe jetzt keine Probleme mehr."
Vertrag bis Saisonende
Weder Meyer selbst, noch Herthas Pressesprecher Hans-Georg Felder wollten gegenüber Sport1 das Engagement des 61-Jährigen bestätigen. Borussia Mönchengladbach, wo Meyer seit seinem Rücktritt als Trainer im März als Chef-Scout arbeitet, erklärte sich einer Meldung der "Berliner Morgenpost" zufolge einverstanden, erwarte aber nach Aussagen von Präsident Adalbert Jordan einen finanziellen Ausgleich. Eine Einigung sei laut Jordan nur noch Formsache. Meyer soll am Montag vorgestellt werden und einen Vertrag bis Saisonende erhalten. Vom Anforderungsprofil passt er zum Bundesliga-Siebzehnten.
Viel Erfahrung im Abstiegskampf
Er hat mit den "Fohlen" reichlich Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt. Außerdem dürfte es trotz seiner langen Trainer-Vita ein Anreiz für ihn sein, bei einem der größten Vereine Deutschlands zu arbeiten. Meyer, der vor Gladbach von 1996 bis 1999 Twente Enschede trainierte und aus Jenaer Tagen die Erfahrung von knapp 100 Europacup-Spielen mitbringt, genießt zudem in der Trainer-Gilde Respekt. Ein Autoritätsproblem hätte er also in Berlin definitiv nicht. Mit seiner Mischung aus Lockerheit und Disziplin könnte der erfahrene Übungsleiter die benötigten Kräfte freisetzen. Manager Hoeneß bliebe dann genügend Zeit, einen Kandidaten für den Neuaufbau ab Sommer zu suchen. Der könnte dann Ralf Rangnick heißen.
Kritik von Stevens
In Hannover zeigte man sich zuletzt über den Schwebezustand genervt. "Wir sind die Opfer, weil ein anderer Verein seine sportlichen Ziele nicht erreicht", hatte 96-Präsident Martin Kind gesagt. Um keine Unruhe im Verein zu haben, forderte er von Rangick, sich möglichst bald zu erklären: "Ich erwarte von ihm, dass er sich bis Montag verbindlich äußert." Durch Meyers Verpflichtung dürfte sich dieses Thema zumindest vorerst erledigt haben. Unterdessen übte Huub Stevens harsche Kritik an der Hertha-Mannschaft. "In Berlin gibt es kein Trainer-, da gibt es in erster Linie ein Mannschaftsproblem", sagte der Ex-Trainer in der "Bild". Dieses Mannschaftsproblem könnte nach Stevens' Ansicht Hertha direkt in die Zweitklassigkeit führen.
Gehälter sollen eingefroren werden
"Wenn die Spieler nicht ab sofort sämtliche Egoismen über Bord schmeißen, steigt Hertha ganz sicher ab", so Stevens. Das scheint auch Hoeneß so zu sehen. "Wir werden rigoros gegen alle Disziplinlosigkeiten, die den Teamgeist behindern, vorgehen", sagte er auf der Hertha-Internetseite. Um die Spieler härter in die Pflicht zu nehmen, will Hoeneß Teile der Gehälter bis zum Saisonende einfrieren. "Das bedeutet, dass die Spieler ihr Geld bekommen, wenn sie den Klassenerhalt geschafft haben", so Hoeneß.
Widerstand der Spieler
Während Pal Dardai schon seine Bereitschaft signalisiert hat, scheint der Vorschlag bei anderen Profis auf heftigen Widerstand zu stoßen. "Das werden wir uns nicht gefallen lassen. Zur Not muss sich das Team einen Anwalt nehmen, um unser Recht durchzusetzen", zitiert die "B.Z." einen Spieler. Auch wenn die Trainerfrage geklärt ist, Hertha scheint ein äußerst ungemütliches Weihnachtsfest bevorzustehen.
sport1.de
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