Sie erleben die WM unfreiwillig am heimischen Fernsehgerät - und fiebern kräftig mit: Die verletzungsbedingt daheim gebliebenen Nationalspieler Jens Nowotny, Mehmet Scholl, Christian Wörns und Sebastian Deisler erholen sich von den Strapazen der Saison, doch auch im Urlaub lässt "König Fußball" sie natürlich nicht los.


Scholl macht (Lauf-)Schule
"Ich schaue mir natürlich alle Spiele der deutschen Mannschaft im Fernsehen an", betont Scholl, der wegen Nachwirkungen einiger Verletzungen Rudi Völler eine Absage für die WM erteilte - für viele unverständlicherweise. Derzeit hat der 31-Jährige derzeit viel Gymnastik und eine Laufschule für den koordinativen Bereich auf dem Programm. In dieser Woche hat Scholl das Programm angezogen, zum Saisonstart will er fit sein.


Nowotny: Mittendrin, aber nicht dabei
Davon kann Nowotny (28) nur träumen. "Es ist eine der unglücklichsten Phasen meiner Karriere", gibt der schmerzlich vermisste Abwehrchef von Bayer Leverkusen nach seinem Kreuzbandriss vom 30. April zu. Er fühle sich zwar zum DFB-Team dazugehörig, "aber nicht dabei", erklärte er im Fachmagazin "kicker" frustriert. Derzeit weilt der Ex-Karlsruher in der Türkei im Badeurlaub. Nach der Operation bei Knie-Spezialist Richard Steadman in Vail/Colorado peilt Nowotony sein Comeback so schnell wie möglich an - doch vor dem Spätherbst wird daraus wohl nichts.


Wörns arbeitet täglich zwei Stunden
Unter der Sonne Italiens versucht der Dortmunder Christian Wörns sich von den Folgen einer Knie-Arthroskopie zu erholen. Durch die anhaltenden Beschwerden hatte er erst das meisterliche Bundesliga-, dann das UEFA-Cup-Finale gegen Feyenoord Rotterdam (2:3) verpasst. Nachdem für den 30-Jährigen dadurch wohl die letzte WM-Einsatzchance futsch ist, arbeitet er täglich zwei Stunden - vorerst am Muskelaufbau am lädierten linke Knie - auf die Rückkehr hin. Sie soll spätestens zum Liga-Start erfolgen.


Deisler verbittert
In "Bella Italia" versucht auch Pechvogel Sebastian Deisler auf andere Gedanken zu kommen. "Es ist schon bitter, die Spiele unseres Teams im Fernsehen anschauen zu müssen", gibt der 22-Jährige zu, der auf Grund anhaltender Beschwerden am rechten Knie wie Nowotny wohl nicht vor Oktober/November voll wiederhergestellt sein wird. Erst nach einer erneuten Untersuchung bei Professor Steadman kann Deisler in vollem Umfang zum Reha-Training - und zum Kampf um einen Stammplatz im Luxus-Kader seines neuen Clubs Bayern München antreten.