Ich finde, man muss zwei Dinge ganz streng auseinander halten:
Das eine ist die Emotionalität, nennen wir sie ruhig auch Fanatismus. Wenn ich im Stadion bin und so richtig in meinem Element, dann gibt es schon Momente, wo ich mich eine Minute später frage "war das eben wirklich ich?"
Ich meine damit nicht, dass ich auf andere Leute los gehe - aber man ist eben emotional aufgewühlt und, wie man so schön sagt, "auf 180".
Wenn sich in einem solchen Moment die richtigen zwei Leute treffen, dann kann es schon mal passieren, dass die sich gegenseitig an den Hals gehen, obwohl sie ansonsten eigentlich friedliche Menschen sind.
Jeder, der ein bisschen für einen bestimmten Verein schwärmt und bei einem hitzigen Spiel schon mal im Stadion war, wird das bestätigen. Es gibt Momente, da könnte mit dem passenden Impuls fast jeder zum Tier werden.
Das muss man nicht verstehen, man muss es auch nicht gut heißen oder verharmlosen - aber das ist eine ganz andere Sache, als Spielern oder einem Bus an bestimmter Stelle aufzulauern und dann gezielt anzugreifen. Das erfordert eine gewisse Kaltblütigkeit und ein gewisses Maß an krimineller Energie. Das könnte ich niemals tun.
Aber wenn ich im Stadion unter meinem Sitz eine Sniper hätte, würdet Ihr öfter mal von mir hören

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