Anschreiben eines Stpfl. an das Finanzamt:
"Steuer-Nr. / Sklaven Nr. 54/xxx/xxxxx / Erklärung 2011
Hallo Herr X,
erst kürzlich habe ich wieder einen Drohbrief vom Finanzamt Aurich
erhalten. Darin werde ich aufgefordert meine Steuererklärung bis zum
02.08.2012 abzugeben. Sonst wird geschätzt. Hilfe!!!!
Ich habe es bis heute nicht geschafft und brauche noch etwas Zeit. Und
ich sage Ihnen noch etwas. Es ist noch nicht einmal bösartig von mir,
dass ich die Erklärung noch nicht fertig habe. Ich glaube, ich habe
inzwischen sowieso den Überblick verloren.
Ich weiß gar nicht, wann ich was überwiesen habe. Zur Zeit überweise ich
schon mal für jeden Tag 1 € als Versäumniszuschlag. Ich bräuchte vom
Finanzamt eine Aufstellung über meine eingegangenen Zahlungen. Irgendwie
habe ich Briefe vom Finanzamt bekommen, aus denen hervor geht, dass
wieder irgendwelche Gelder hin und her geschoben worden sind. Ich
verstehe diese Briefe auch gar nicht.
Wie gesagt, ich habe längst den Überblick verloren. Ich warte noch auf
Nachweise meiner Honorartätigkeit und ich muss noch jede Menge Kilometer
zusammen rechnen. Auf jeden Fall brauche ich noch Zeit.
Und was ich mich auch frage, ist, warum das Finanzamt immer drohen muss.
Ist es nicht das Einfachste der Welt in meinen Ordner beim Finanzamt zu
schauen und fair zu schätzen? Nein, es muss immer Stress gemacht werden.
Kooootz !!!!
-Unterschrift-"
Antwort des Finanzamtes:
"Ihre Einkommensteuererklärung für das Jahr 2011
Ihr etwas unfreundlicher Brief vom 02.08.2012
Sehr geehrter Herr X,
ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen, sagt man
wohl. Ich möchte Sie mit diesem Brief zu einem kleinen Perspektivwechsel
animieren:
Das Jahr 2012 beginnt und Sie ahnen, dass Sie auch in diesem Jahr eine
Steuererklärung werden abgeben müssen. Vielleicht wissen Sie auch, dass
der Gesetzgeber Ihnen dafür Zeit bis Ende Mai einräumt. Ende Mai - das
ist noch lange hin! Kein Grund jetzt schon damit anzufangen. Februar,
März, April - Monate, in denen erfreulichere Dinge warten als nun gerade
die Steuererklärung - wer wüsste das nicht. Und erst der Mai! Was für
ein Monat - ein Wonnemonat, wie der Volksmund sagt.
Im Juni erinnert das Finanzamt erstmals an die Steuererklärung - einfach
nur ärgerlich! Eigentlich war ja bis hierhin genug Zeit - aber gerade
jetzt!?
Und dann im August, im achten Monat des Jahres, die Schätzungsandrohung,
jetzt soll ich plötzlich innerhalb weniger Tage die Erklärung erstellen
- Stressmacher!
Wer? Wodurch entsteht der Stress? Durch das Finanzamt oder die eigene
monatelange "Lange-Bank-Akrobatik"?
Sehr geehrter Herr X,
nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber ich habe nicht den Eindruck,
Ihnen mit einer Fristverlängerung wirklich zu helfen.
Mit freundlichem Gruß
-Unterschrift-"
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