In der EU werden jährlich etliche Millionen Tonnen Agrarerzeugnisse vernichtet, nur um die Marktpreise stabil zu halten.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:
• erst wird der Anbau subventioniert,
• dann wird das Zeug auch noch geerntet (obwohl man zu diesem Zeitpunkt meistens schon weiß, dass man Teile der Ernte vernichten wird, investiert man Energie und Zeit in die Ernte),
• der Transport der Ernte kostet ja auch noch Geld (auch der Transport zu den "Entsorgungszentren"),
• die Entsorgung (egal ob umweltgerecht oder eine einfache Verklappung auf hoher See) ist ja auch nicht umsonst.
Die vernichtete Winterkleidung wurde vermutlich zumindest nicht mehrfach subventioniert.
Und mal ehrlich: die meisten ärgern sich ja schon, wenn sie sich z.B. eine teure Winterjacke gekauft haben und die ein paar Wochen später im Winterschlussverkauf nur noch die Hälfte kostet.
Und wenn diese Winterjacken hinterher bei diversen sozialen Einrichtungen verschenkt würden, dann kann ich die Befürchtungen des Einzelhandels durchaus verstehen. Zumal dann, wenn es sich um Kleidungsstücke handelt, die man vielleicht eher dem Luxussegment zuordnen würde.
Mir persönlich wäre das so oder so egal, da ich Kleidung ohnehin mehr nach funktionellen als nach modischen Gesichtspunkten auswähle (und kaum ein Markenbewußtsein besitze), aber ich bin mir wirklich unsicher, ob ein Großteil der Verbraucher das ebenso sieht.
Bei Nahrungsmitteln ist das wieder anders, da diese Grundbedürfnisse befriedigen.
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