@Supi
doch glaube ich. Ich sehe so was fast jedes Jahr, da ich direkt an der Strecke wohne, an der die Castor-Züge ihre letzte Meile vor dem Umladebahnhof in Dannenberg antreten. Ich bin kein aktiver Castorgegener und beteilige mich an den Demos nicht. Allerdings reicht mir schön völlig was ich als Unbeteiligter sehe. Ganz abgesehen vom allgemeinen Eindruck in dieser Zeit mitten in einer HKL (Hauptkampflinie) eines Kleinkrieges zu wohnen (gepanzerte Wasserwerfer, gepanzerte Radlader, Spähpanzer, gepanzerte Mannschaftswagen, massenhaft kreisende Helikopter, alle paar 100 Meter Kontrollen, Hausarreste für Anwohner, usw.), bemerke ich immer öfter, dass der "schwarze Block" noch da ist. Nur tragen die keine Kaputzenshirts mehr, sondern schwarze Kampfanzüge mit Brust- Bein - und Arm- und Kehlkopfpanzerung, Helme, Gummiknüppel und Waffen allen möglichen Kalibers.
Die Aufmachung ist ansich schon extrem einschüchternd. Darunter verborgen scheinen sich mehr und mehr Beamte in eine Crysis-Shooter-Individualität versetzt zu fühlen. Da werden drei Platzverweise extrem kurz hintereinander ausgesprochen und dann geht es rund. Knüppel raus, die "linken Zecken" (meist geachtete Anwohner) in einen Kessel getrieben, bei Temperaturen um dem Gefrierpunkt anschließend mit den Wasserwerfer malträtiert und zum Abschluss wird die Nässe mit Helikopterrotoren in jede Pore geföhnt. Völlig überzogen. Und damit die Menschen auch wirklich fast tiefgefroren sind, werden sie in dem Kessel noch stundenlang festgehalten.
Und wofür der ganze Alarm? Das jetzt nach 12 Jahren festgestellt wurde, Gorleben eignet sich überhaupt nicht als Atommülllager. Bald geht der ganze Tross wieder los. In die andere Richtung..
Wenn ich nicht wüsste, was ich weiß, dann würde ich es vielleicht ähnlich sehen wie chmul.
Weil ich viele Leute aus der Fußballszene kenne, überrascht mich das Video nicht und ich bin 100%ig überzeugt, dass da keinerlei Fakten fehlen, die zu einem abschließenden Urteil fehlen.
Ich weiß natürlich, was Mancher jetzt denkt - bei Fußballfans denkt man natürlich zuerst an gröhlende, gewaltbereite Besoffskis, daher ist es unmöglich, Gehör zu finden, wenn man darüber erzählt, denn die haben sowieso immer eins in die Fresse verdient.
Der achtjährige Junge, dem aus nächster Nähe grinsend Pfefferspray ins Gesicht gesprüht wurde, sieht das vermutlich anders. Ebenso der Familienvater, der mit seinem Sohn an der Hand von einem Polizeipferd niedergeritten wurde, weil zwei Cowboys meinten, sie müssten in eine friedlich und ohne jeden Zwischenfall vom Stadion abziehende Menge mal deeskalierend hineinreiten.
Vermutlich interessiert sich auch niemand für die Geschichte der Fan-Gruppe, die nachweislich nüchtern auf dem Weg zum Stadion von einer Einsatzgruppe hinterrücks überfallen wurde.
Darüber kann jeder denken, was er will - ich kenne die Betroffenen teilweise persönlich und weiß, dass es genauso gut mich hätte erwischen können.
Provokation und Eskalation gehen immer häufiger von der Polizei aus - ich gehe soweit zu behaupten, dass sich zu solchen Einsätzen hauptsächlich die Polizisten mit Spaß am Prügeln melden.
Willkommen im Oberförsterstaat.
Aber lange müssen die das ja nicht mehr machen, dann kommt die Bundeswehr mit Panzern, da macht sich niemand mehr die Finger schmutzig.
Wie ich oben schon schrieb, gibt es bei der Reaktion des einen Polizisten keinen Zweifel an der unangemessenen Gewalt. Supis Einblicke habe ich nicht, deshalb basiert meine Meinung nur auf dem was ich kenne, und das ist bei einem Landei wie mir natürlich nicht viel. Von daher will ich weiterhin glauben, dass die Schläger in den Reihen der Polizei noch in der Unterzahl sind.
@auenteufel
Mir ist klar, dass Du und Deine Nachbarn unter der Situation leiden und ich gehe auch davon aus, dass Du die Schuld dafür nicht nur bei der Polizei siehst, aber ich erwähne es halt trotzdem: Die Demonstranten, Naturfreunde, Blockierer (oder wie diese sich nennen) haben ebenfalls einen Teil der Verantwortung (in meinen Augen den größeren).
@chmul
Blockierer in den Sinne gibt es schon lange nicht mehr. Die Zeiten, wo Straßen und Gleise aufgerissen und Helis mit Leuchtraketen attackiert wurden sind lange vorbei.
Da die Polizeipräsenz aber nun mal da ist, wird sie auch 'angewendet'. Oft und gerne auch auf Nebenstrecken, die nie ein Castor befährt. Hauptsache eine Versammlung wird möglichst rabiat aufgelöst. Und wehe, du willst zu der Zeit die Abkürzung an den Gleisen für die Fahrt zum Shoppingcenter benutzen..
hmm ja hier in der Arbeit kann ich leider keine vids schaun, muss ich zu Hause nachholen. Aber vor ein paar Tagen habe ich im Fernsehen einen Bericht gesehen der sich mit Teaser befasst. Einige sind ja gegen den Einsatz weil sie befürchten man könnte ihn leichtfertiger einsetzen, da er ja nicht tötet.
In dem Video ist ein amerikanischer Polizist zu sehen der eine Dame im Auto wegen zu schnellen Fahrens aufhält. Er bittet die Dmae auszusteigen aber diese ist total verängstigt, verwirrt und kommt der Aufforderung nicht sofort nach. Nach ich glaube der zweiten Aufforderung zückt der Polizist den Teaser und bedroht die Frau damit, nach 2 oder 3 weiteren Aufforderungen sitzt die Frau immer noch drinnen, also schießt der Polizist und die Frau fällt aus dem Auto.
Ich bin der Meinung dass der Teasereinsatz hier übertrieben war. Aber ich frage mich auch, was wäre hier ein richtiges Verhalten? Darf er die Frau am Arm packen und aus dem Auto ziehen? Dabei könnte sie sich doch auch die Schulter auskugeln, das ist sicher auch sehr schmerzvoll. Oder muss der Polizist die Dame dann einfach im Auto sitzen lassen? Wenn sie ihre Arme am Oberkörper verschränkt, er sie an den Armen heraus ziehen will, dabei ihre Brüste unabsichtlich berührt, könnte sie ihn dann auf sexuelle Belästigung verklagen (Achtung USA!)?
Und selbst wenn der Kerl provoziert hat, was soll's? Was ändert's? Die Gewalt war mehr als überzogen. Gewalt hat er nicht angewendet. Kein anderes Verhalten der Welt kann diese Attacke meiner Meinung nach rechtfertigen, und selbst wenn der Kerl gepöbelt und geschriehen und die Mutter des Polizisten beleidigt hätte. Der fraglische Polizist (bzw. die andren beteiligten) hat in diesem Beruf nichts mehr verloren.
Jochen 11, Demonstranten sind eben so. Sie demonstrieren. Wenn möglich bei jeder Gelegenheit. Schließlich haben sie das Anliegen, stellvertretend für Viele Missbilligung zu demonstrieren. Ich habe vor diesen Menschen mehr Achtung (auch wenn sie nervig und unangenehm sind), als vor opportunen Nichtsmachern.
In dem Video kann man sehen, dass der Mann im blauen Shirt sich schon vom Ort des Geschehens entfernt hatte, als er von einem Polizisten eingeholt, geschlagen und auf die Straße zurück gezerrt wurde, wo er dann - obwohl er sich nicht mal zur Wehr setze, von einer ganzen Gruppe Berufshooligans Polizisten zusammengeschlagen wurde.
In der Pressemitteilung der Polizei liest sich das so:
Zitat:
Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest.
In der selben Pressemitteilung heißt es dann aber auch:
Zitat:
Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten einer Einsatzhundertschaft, die auch in einer im Internet verbreiteten Videosequenz erkennbar ist, hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten. Das Ermittlungsverfahren wird durch das zuständige Fachdezernat beim Landeskriminalamt mit Vorrang geführt.
Das Verfahren wird eingestellt werden, wer wettet dagegen?
Es könnte natürlich sein, dass man ein paar kleine Schläger opfert, die ja eigentlich nur ausgeführt haben, was von oben ausdrücklich gebilligt wird und wozu man sie in der Einsatzbesprechung womöglich ermuntert hat, um die Mär vom "Freund und Helfer" am Leben zu erhalten.
So einfach dürfte das diesmal nicht werden. Diese Demonstranten sind augenscheinlich besser organisiert als die übliche linke Szene. Die Berliner Anwaltschaft (ein Beispiel in der Anlage) holt allenfalls bereits zum Rundumschlag aus.
edit:
Was mir immer wieder auffällt; Kann es sein, dass der Gewaltbereitschaftsgrad schon allein an einer Frisur erkennbar ist?
edit2:
Im Polizistenforum copzone.de wird der Fall ebenfalls seit Sonnabend abend diskutiert. Neben erschreckenden, auf das Prügel-Video bezogenen Äußerungen wie die des Users "Duroplastik"
"Wasn los, könnt ihr euch nicht mehr bei Indy ausweinen? Ihr habt keine Ahnung vom Sachverhalt und schaut euch nur ein dämliches Vid an zu dem es nur eine notdürftige Beschreibung gibt.
Ansonsten sah das nach einer ordentlichen FE aus, Widerstand mit einfacher körperlicher Gewalt gebrochen, FE abgesichert und weggebracht. Ich gebe zu sieht etwas grob aus aber die Kollegen werden ja auch nicht fürs schön sein bezahlt."
oder des Users "schutzmann_schneidig"
"Auch ein Sperren gegen polizeiliche Maßnahmen ist ein Widerstand, der selbstverständlich gebrochen werden darf/muss.
Sieht nicht immer schön aus, aber manchmal sind auch Schläge erforderlich, um den Probanden locker zu machen."
oder des Users "Mainzelmann2001"
"Was geht da zu weit?
Es wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Der Radfahrer trollte sich. Entweder verstieß er gegen die Weisung Platzverweis, oder er beleidigte, wie auch immer sollte er festgenommen werden.
Er wurde am T-Shirt gepackt, zurückgezogen, zu Boden gebracht und festgenommen. Natürlich kurz und heftig, aber die Zeit zum diskutieren war vorbei.
Und dass der andere eins auf die Nase bekam, liegt wohl daran dass er mit dieser zu weit vorn war.
Man sollte seine Nase nicht überall reinstecken.
Und Verhalten ggü. PVB. Is ganz einfach. Wenn PVB sagt, da gehts nicht durch, gehts da nicht durch und dann geht man außenrum.
Fertig.
Ganz einfach."
oder des Users "funkybird" (womöglich ein Troll-Posting)
"Das rumgeweine kann ja nicht sein. Wenn sich jemand in Gefahr begibt, dann kommt er auch darin um.
Also, ganz einfach wenn ihr nicht vermöbelt werden wollt, dann haltet Euch halt fern. Den Schwachsinn mit 'Freund und Helfer' glaubt ihr doch auch nicht mehr.
Sagen wir doch wie es ist: Wir sind da für Ordnung zu sorgen und wenn es sein muss (so wie hier in diesem Video) dann fall eben etwas Spähne beim Hobeln.
Schade nur, dass wir uns insgesamt immer noch zurückhalten müssen. Letzte Woche mit einem aus China geredet - die Jungs dürfen richtig zugreifen, das ist das, was wir brauchen!"
so hab ich das noch gar nicht gesehen Bio
Aber die Veranstaltung richtet sich ja nicht nur gegen Überwachung, sondern auch gegen einen Weg in den Polizeistaat und spricht sich für mehr Transparenz in öffentlichen Ämtern aus.
Dass so ein Vorfall passiert, weil der Demonstrant die Dienstnummer des Polizisten haben wollte, was sein gutes Recht ist, zeigt nur die Notwendigkeit dieser Forderungen.
(die Piraten haben übrigens die Forderung nach einer offen einsehbaren Dienstnummer im Parteiprogramm.)