Mit der DDR verschwanden auch ihre sozialistischen Errungenschaften. Nur weniges konnte sich im oder gegen den Westen durchsetzen; der grüne Pfeil etwa, die Spreewald-Gurke. Und natürlich das Ost-Sandmännchen.
Während sein kinnbärtiger West-Kollege 1992 vom Schirm verbannt wurde, schickt der spitzbärtige Ost-Sandmann die Kinder seit 40 Jahren ins Bett, versüßt ihnen mit kleinen Geschichten das Schlafengehen.
Doch damit könnte es bald vorbei sein. Der federführende Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) überdenkt sein Programmschema. Danach soll das Gute-Nacht-Männchen einer quotenträchtigen Vorabendshow weichen.
Noch sei nichts entschieden, heißt es in Berlin, aber alleine der Gedanke an das Ende der Kult-Kindersendung hat einen Sturm der Empörung ausgelöst - bundesweit, parteiübergreifend. Sendungen zum Einschlafen gebe es genug, zum Gut-Schlafen nur eine, sagt die PDS. Die Eltern sollten dem RBB mal ordentlich die Meinung geigen, die FDP.
Selbst die CSU möchte den kleinen Sympathieträger aus dem Osten retten. Ihr Medienexperte Markus Söder bot dem Sandmännchen Asyl beim Bayerischen Rundfunk an.
Vielleicht hilft auch der Papst. Der hat sich schließlich schon 1979 als Fan bekannt.
Ja, ja, nicht alles war schlecht...
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