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Thema: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten Nun ist sie also beschlossen, die große Gesundheitsreform. Natürlich bin ich wie viele andere Menschen auch wütend, dass der Zwieback-Umsatz ...
  1. #1
    Der Pessimist Avatar von Supernature
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    Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    Nun ist sie also beschlossen, die große Gesundheitsreform. Natürlich bin ich wie viele andere Menschen auch wütend, dass der Zwieback-Umsatz in ein paar Jahren stark anziehen wird, weil das das Einzige ist, was ältere Leute dann noch lutschen können .
    Aber will mich gar nicht auf diese polemische Ebene begeben, obwohl mir schon so mancher Spruch daszu einfällt.
    Was mich viel mehr ärgert: Was bitte schön ist daran denn eine "Reform"? Man macht eine Liste der größten Kostenblöcke und streicht dann so lange Zahlen durch, bis es passt. Dafür haben die wochenlang beraten? Bei der Mathearbeit in der Grundschule hat man für schwierigere Aufgaben nur 45 Minuten - Mist, ich werde schon wieder ausfällig, das ist aber auch schwer.
    Nicht, dass ich mehr erwartet hätte. Nicht, dass ich glauben würde, irgendeine Partei hätte es besser gemacht.
    Aber wo bleiben wirklich innovative Ideen? Wo bleiben Maßnahmen gegen die astronomischen und realitätsfernen Medikamentenpreise in Deutschland? Warum dürfen die gesetzlichen Kassen zwar keine Vorsorgemaßnahmen, dafür aber die um ein vielfach höheres Behandlungskosten bezahlen? Warum darf/muss ich als Kassenpatient nicht auch meinem Arzt ein wenig auf die Finger schauen und Einsicht in seine Abrechnungen nehmen?
    Stattdessen wieder ein primitives Streichkonzert. Ok, das Gejammer ist immer groß, wenn man Opfer bringen muss. Was mich aber viel mehr schockiert ist die Konzeptlosigkeit, mit der ich mal wieder geschröpft werde. Und der Illusion, meine Kassenbeiträge würden auch nur um einen Cent sinken, gebe ich mich erst gar nicht hin.

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  3. #2
    Brummelchen

    AW: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    Habs letzte Tage auch mitbekommen - ich kann gar nicht so viel fressen wie ich

    möchte.
    Vor allem - DIE sind privat versichert und kriegen jeden Furz bezahlt und dürfen zB Zahnkosmetik für ihren Job absetzen - der kleine Mann darf sich blutig zahlen.

    Und ich hör jetzt schon die Apotheker schreien "mein Umsatz".

  4. #3
    nicht mehr wegzudenken
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    AW: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    Naja, ganz so arg wird es mit dem Zahnersatz sicher nicht werden, daß die Leutz Zwieback essen müssen
    Allzu riesig war der Anteil der neuen Kauleiste, den die Krankenkassen übernommen haben ja noch nie. Wenn man etwas halbwegs vernünftiges haben wollte, dann war der Zahnersatz schon immer eine teure Angelegenheit.

    Viel schlimmer finde ich, daß man nun beim Arzt pro Quartal, in dem man zum Arzt geht, 10 Euro abdrücken soll. Noch könnte mir das egal sein, da ich nur alle paar Jahre mal zum Arzt muß, aber man wird ja nicht jünger ...

    Es stellt sich nur die Frage, inwieweit ein Arzt seinen Service zu verbessern hat, wenn er von seinen Patienten bares sehen will.
    Wenn ich zum Arzt gehe und dieser mir erstmal 10 Euro abknöpft, dann kann er nicht erwarten, daß ich mich ohne zu maulen 2-3 Stunden bei ihm hinsetze. Soetwas sollte dann nicht mehr vorkommen.

    Daß der Zahnersatz mal gestrichen wird, habe ich mir schon einige Jahre gedacht, aber daß man mal beim Arzt Eintritt bezahlen muß hätte ich mir nie Träumen lassen.

    salayna

  5. #4
    Brummelchen

    AW: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    >> Naja, ganz so arg wird es mit dem Zahnersatz sicher nicht werden, daß die Leutz Zwieback essen müssen

    Leider doch - ich darf genug für meine neue Krone dazuzahlen. Und bald kommt nochmal was dazu dank denen.

    Wenn es nur *ein* Arzt wäre - aber jeder Arzt, den ich besuche, da darf ich Löhnen. Macht also HNO, ZA, AA - oder wie nun?
    Ich glaube nicht, dass die Ärzte die Kohle bekommen, sondern die GK.

    Es gab diesen Witz doch schon mal vor 2 Jahren, da wollten die 20 Mark von mir haben. (die ich NIE bezahlt habe).
    Irgendwo läuft hier gewaltig was schief. Dafür keine Beitragserhöhung - hipp hipp hurra.

  6. #5
    Modeberater Avatar von Gamma-Ray
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    AW: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    Ich zitiere George Orwell:

    "Die ganze Welt bewegt sich heute einer strikt kontrollierten Gesellschaftsform entgegen, in der die Freiheit aufgehoben, die soziale Gleichheit hingegen keineswegs verwirklicht wird. So wollen es die Massen, denen eben Sicherheit über alles geht."

  7. #6
    chronische Wohlfühlitis
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    und wenn ja, wieviele?
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    AW: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    Das hätten die in der Form mal besser stecken lassen.
    Da werden also als Teil des "Konjunkturprogramms" über Jahre hinweg die Kassenbeiträge um 1 % gesenkt. Dafür steigen die direkten (Zuzahlungs-)Krankheitskosten sofort. Also doch nur wieder mal in die eine Tasche wenig reinstecken, aus der anderen viel rausholen.

    Bei meinem nächsten Unfall weigere ich mich ganz einfach, mich ins Krankenhaus fahren zu lassen. Sollense doch die Schmidt oder den Seehuber dahinbringen, die können sich das leisten.
    Beantrage dann stattdessen die Streichung der Zeilen: "Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht." Den Rest können sie ruhig stehen lassen, der besagt eh´ nur, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.
    Achja - müssen Sanitäter jetzt mit umgehängter Wechselgeldkasse zum Einsatz fahren oder werden Unfallopfer erst mal mit Gewalt ins Krankenhaus verschleppt, um an seine Knete ranzukommen?

    A propos Verschleppen: Meine alljährliche Grippe werd ich so lange verschleppen, bis auch der letzte meiner Freunde und Kollegen meinen Husten und seine 10 € zum Arzt geschleppt hat, der verschreibt mir dann sozusagen als Provision ne Kur auf den Bahamas (die er von seinem Pharmareferenten zum Sonderpreis gekriegt hat). Ich hab da eine wunderbare neue Geschäftsidee...

    Wenn ich für jedes Placebo bis zu 10 € an den Giftmischer bezahlen muss, um dann an den Nebenwirkungen zu krepieren, weils die ja sowieso "nur in seltenen Fällen" gibt, haben meine Erben dann das Recht, auf Herausgabe der Zuzahlung zu klagen?

    Und was die Konjunktur betrifft: Da ich jetzt zusätzlich zum KV-Beitrag auch noch gemolken werden soll, muss ich meine Centchen erst recht zusammenhalten. Denn dass der unter die 13 % geht und dort länger als 3 - 4 Wochen bleibt, das glauben die doch wohl selbst nicht. Also sparen...bis ich mir die Auswanderung leisten kann.

    Reform? Seh ich nicht. Das ist nur die Fortsetzung des Sozialabbaus wie wir das seit 20 Jahren gewohnt sind. Also nix Neues. Weiter wie gehabt.

  8. #7
    nicht mehr wegzudenken Avatar von LX-Ben
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    AW: [Politik] Gesundheitsreform - Kompromiss der Dilettanten

    Denn dass der (REM Beitragssatz) unter die 13 % geht..
    Das ist leider euer Irttum - bei dieser Prozentmarke gibt es eine
    neue Verteilungsquote, nämlich knapp 7 % für den Beitragszahler (6,89x.. )
    und etwas über 6 % für die Arbeitgeber. Rechnerisch bleiben also die
    bisherigen Belastungen, die Zuzahlungen kommen extra. Tipp: Lest auch
    regierungsamtliche Verlautbarungen wie das Kleingedruckte in Verträgen -
    alle wollen schließlich unser Bestes, nämlich unsere teuren Euros.

    Gratulation Supernature zu
    Was bitte schön ist daran denn eine "Reform"?.. Wo bleiben Maßnahmen gegen
    die astronomischen und realitätsfernen Medikamentenpreise in Deutschland?
    Warum dürfen die gesetzlichen Kassen zwar keine Vorsorgemaßnahmen, dafür
    aber die um ein vielfach höheres Behandlungskosten bezahlen? Warum darf/
    muss ich als Kassenpatient nicht auch (sinngemäß) in meine Arzt-Abrechnungen
    Einsicht nehmen?
    Im Grunde ist die Schieflage des Gesundheitswesens viel tiefer angesiedelt und
    daher auf absehbare Zeit nicht heilbar - und viele engagierte Ärzte wissen das,
    ohne groß gegen den Strom schwimmen zu können. Auch die Krankenkassen
    wissen das, ich hatte mal entsprechenden Schriftwechsel mit dem Vorstands-
    vorsitzenden der DAK:

    Mit Aufkommen der chemischen Medikamente -die bei einigen schwerwiegenden
    Krankheitsverläufen durchaus segensreich sind- ist eine Denkschablone eingerissen
    "Wenn Wespe - dann Fliegenklatsche. Wenn Symptom - dann Medikament",
    wie auch in obiger Anmerkung zur Frühjahrsgrippe nachlesbar und die durchaus
    im Interesse der Pharmaindustrie liegt: In den Jahrhunderten davon wurden die
    wirksamsten Hilfen 'aus der Apotheke der Natur' geholt. Cannabis zB. ist auch
    heute noch fast das Beste, was man einem unheilbar an Krebs Erkrankten
    im Endstadium Gutes tun kann.

    Gesundheit beginnt mit gesundem Essen - vieles was heute angeboten wird,
    ist Industrieproduktions-Müll und kein Lebensmittel mehr. Als Folge sind u.a.
    die häufigsten Gifte der Deutschen Salz (250 % des gesunden Maßes) und
    Zucker (300 %). Brot zum Beispiel ist heute weitgehend Müll, das aus
    Transport-Rationalisierungsgründen als Mehlstaub gepumpt wird und nicht mehr
    aus gemahlenem Mehl hergestellt wird, wobei wichtigste Inhaltsstoffe verloren
    gehen und viele weitere Beispiele.

    Salzfolgen: Herz- und Kreislaufleiden, Bluthochdruck..
    Zuckerfolgen: Zahnschäden, Übergewicht, Defizite bei den B-Vitaminen
    (nervliche Unruhe und Ausgleich durch Alkohol oder andere Stimulansien..)

    Gesundheit setzt sich fort mit entsprechender Lebensweise - Stichworte
    "Leben heisst sich bewegen - der Mensch ist ein Lauftier." Die Fehlverhaltens-
    folgen sind bekannt.

    Gesundheit ist nicht zuletzt kritisches Denken plus Hinterfragen lernen und
    nie aufgeben. Dabei ist der Erhalt der Gesundheit kein eigenwertiger Lebens-
    zweck, sondern bewirkt ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben. Mich
    fasziniert immer wieder, wieviel Zeit Menschen auf das Raffen materieller
    Güter verschwenden, die sie dann doch 'nicht mitnehmen können', und
    so wesentliche Lebensfragen lieber aus der Hörzu oder SuperIllu glaubens-
    mäßig aufnehmen. Oder sich von Bild ihren Lebensblick fokussieren lassen.
    -----
    Ich habe nichts gegen diesen Kosten-Verschiebebahnhof (nur die Bezeichnung
    Reform ist unverschämt), sofern denn die Mitbürger anfangen zu rechnen und
    Gesundheit als eigenverantwortliches Ziel entdecken sollten, aber
    wahrscheinlich wird alles so bleiben wie gehabt.

  9. #8
    Herzlich willkommen!
    Registriert seit
    20.07.03
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    7

    woran Deutschland krankt

    Woran Deutschland meiner bescheidenen Meinung nach krankt ist das BerufsOPPORTHUNISTENTUM! Eine Umschreibung für die heutige Politik. Es bewegt sich deshalb nix, weil sich unsere Politiker (schon seit den fetten Kohl-Jahren einfach nicht bewegen, sondern sich allein auf das Parteiengezanke-Niveau begeben, macht die SPD einen Vorschlag muß die Union beinahe zwangsläufig, gleich dem Pawlow'schen Reflex dagegen sein und umgekehrt genauso. Und die "Spaßpartei" in gelb ist grundsätzlich sowieso gegen alles, was die beiden großen vorschlagen.

    WENN Deutschland wirklich so darbt, wie die Herren Politiker meinen, dann sollen sie verdammt nochmal ihren Arsch bewegen und sich fern jedem Parteienklüngel zusammensetzen und die Zähne zusammenbeißen.


    Und, viel wichtiger, dieses elende Lobbyisten-Pack ist noch der Sargnagel für Deutschland. Die Interessenverbände blockieren einfach alles mit ihrer Macht und Geld.

    Warum z.B. braucht dieses Land eine "Kassenärztliche Vereinigung" (die alles blockt und die Ärzteschaft klein hält) wenn es schon die Ärztekammer und Krankenkassen gibt. Was muß da noch ne "Kassenärztliche Vereinigung" dazwischengeschaltet sein und somit noch ein Partizipant, der am Kuchen mitfrißt???

    DAS hätte man unterbinden sollen/müssen: aber die Lobbyisten und Interessenverbände sind mal wieder fein raus und die Patienten die Blöden.

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