Bimby ist ein kleines Schimpansenmädchen. Ihre ersten Lebensmonate verbrachte sie in einem kleinen Ort mit vielen Bergen und Klettermög-lichkeiten in der Sächsischen Schweiz. Sie turnte gerne an den steilen Felsen herum und unternahm viele interessante Klettertouren.

Doch eines Tages wurde ihr das zu langweilig, sie wollte raus, einmal etwas anderes sehen als immer nur die Berge. Da sie aber doch noch viel zu klein war, allein auf Reisen zu gehen, suchte sie sich ein Menschenkind und schloss sich diesem an. Dieses nahm sie dann auch mit in seine Heimat.

Bimby wollte ein kleines Tanzäffchen werden und übte schon fleißig auf dem Tisch. Zuerst fand es lange Zeit gar keine Beachtung, so dass es sich zurückzog. Weit und breit waren keine anderen Spielkameraden zu finden. Und Bimby fühlte sich sehr einsam und verlassen.

Aber es war doch eigentlich ein lebenslustiges Äffchen und fing bald wieder an herumzuturnen. Es flitzte über Stühle, Schränke und Tische, hangelte sich an der Lampe von einem Zimmer zum anderes. Es war schon ein lustiges Tierchen!

Zu Weihnachten bekam es ein hübsches Kleidchen geschenkt, das Bimby über alles liebte und am liebsten nie mehr ausziehen wollte. Sie kletterte den Weihnachtsbaum rauf und runter und blieb dann plötzlich an der höchsten Stelle ganz ruhig sitzen. Da kamen dann wieder all die Erinne-rungen an die schönen Klettertouren im Gebirge. Sie kam so sehr ins Träumen, dass sie um sich herum gar nichts mehr wahrnahm. Sie klam-merte sich an den Ästen des Baumes fest, ihre Haare standen nach allen Ecken ab - was wirklich süß aussah.

Einige Monate später fing Bimby an, sprechen zu lernen und plapperte den lieben langen Tag. Jedem wollte sie eine Unterhaltung aufdrängen - aber niemand verstand sie.

Sie erforschte die gesamte Wohnung bis sie in einen Raum kam, wo ein riesengroßes "Ding" stand mit Wasser gefüllt. Sie dachte an die kleinen Bergseen in ihrer Heimat und sprang einfach mitsamt des Kleides hinein. Dort planschte sie wild herum und merkte plötzlich, dass sie ja gar nicht schwimmen kann und dieser "See" hier viel tiefer war als der See zu Hause. Sie kreischte wie wild bis das Menschenkind kam und sie rettete. Es dauerte drei Tage, bis ihr Fell wieder trocken war. Die ganze Zeit musste sie auf der warmen Heizung sitzen und durfte nicht mehr spielen und toben.

Dann hieß es ein paar Wochen später, Bimby soll einen Spielkameraden bekommen - ein anderes Affenmädchen. Als es dann endlich soweit war und Bimby's Freude über den Zuwachs schon groß war, sah sie mit ent-setzten Augen die Neue an. Das war doch gar kein richtiges Äffchen in ihren Augen. Es sah doch sehr merkwürdig aus! Das Neue war ganz dünn, hellbraun und hatte riesengroße Augen. Sein Gesicht war geschmückt, so dass Bimby erst mal - nachdem sie den ersten Schock überwunden hatte - laut losprustete und sich vor Lachen krümmte. Das hielt einige Wochen so an. Bimby konnte das neue Äffchen einfach nicht als solches akzeptieren.

Es war eben kein Schimpanse wie sie und sah so ganz anders aus. Es wurde von den Menschen Brummelchen genannt, saß aber immer ganz allein in der Ecke. Niemand wollte es bei sich oder gar gern haben.

So lebten jetzt also zwei ganz verschiedenartige Äffchen in einer Wohnung. Doch jedes war für sich. Brummelchen wurde immer nur ausgelacht und "Clownsgesicht" gerufen, was ihm sehr wehtat. Sie konnte sich ihr Aus-sehen ja auch nicht aussuchen und ihre Rasse sah nun einmal so aus!

Doch eines Tages meinte Bimby, dass man es vielleicht doch mal mit ihr versuchen könnte und schlich sich ganz langsam an, um es zu necken. Zum Glück war Brummelchen nicht lange nachtragend und schon spiel-ten beide zusammen. Von diesem Tag an waren sie die dicksten Freun-dinnen.

Im Sommer dann gab es die erste Trennung, seit sie sich zusammenge-rauft hatten und jeden Tag friedlich miteinander spielten. Bimby, als die Ältere, durfte mit an die Ostsee in Urlaub fahren. Brummchen war noch zu klein für so eine weite Bahnfahrt und musste zu Hause bleiben. Bimby indes freute sich schon riesig auf ihre Reise. Sie hatte gehört, dort soll es ganz viel weichen Sand geben, worin man sich einbuddeln und toll spielen kann. Außerdem fuhr sie gerne Zug.

An der Ostsee hatte Bimby eine sehr schöne Zeit: keine Hektik, keine Aufregung und ganz viel Ruhe und Unmengen an Sand zum Spielen. Am liebsten saß sie den ganzen Tag in der warmen Sonne und spielte im Sand. Sie buddelte so gerne im weichen Sand herum. Abends sah sie ganz hell aus, überall von oben bis unten mit Sand bedeckt. Der hatte sich in ihrem schönen schwarzen Fell festgesetzt, so dass man kaum noch die Originalfarbe Schwarz erkennen konnte.

Plötzlich hörte sie, es soll in dem schönen Ort ein Tropenhaus mit fremden Tieren und tropischen Pflanzen geben. Da musste sie natürlich hin! Aber sie war nicht die Einzigste, die diese Idee an diesem schönen Sonnentag hatte. Und so erwartete sie schon eine Riesenwarte-schlange an der Eingangstür, die sich über mehrere Straßen erstreckte.

Als es endlich vorwärts ging, staunte Bimby nicht schlecht. Kurz vor ihr stand doch plötzlich ihr Brummchen in der Reihe! Die feixte sich eins, denn sie hatte auch von einem Tropenhaus etwas gesehen in Prospekten und wollte sich das natürlich nicht entgehen lassen. Also packte sie ihr Täschchen und reiste ihrer Bimby einfach nach.

Dieses tolle Haus machte dann auch seinem Namen alle Ehre. Es war so heiß dort, dass selbst Bimby es zuviel wurde und sie ins Freie flüchtete. Da gefiel es ihr am Strand und dem vielen blauen Wasser doch besser und machte sich auf den Weg dorthin.

Doch plötzlich war die schöne Zeit an der klaren, frischen Luft auch für Bimby vorbei. Sie musste schweren Herzens ihr Köfferchen packen und wieder heimkehren, wo Brummchen sie schon erwartete. Brummchen hatte, als sie das Tropenhaus wieder verlassen hatten, gut gelaunt wieder ihr Täschchen geschnappt und war nach Hause gefahren um auf Bimby zu warten.

Die beiden wurden die besten Freundinnen und leben noch heute glücklich, wenn auch viele Jahre älter, zusammen bei den Menschen. Nur mit dem vielen Toben ist es vorbei. Sie sind älter und wohl auch träger geworden und lassen nun den jüngeren Äffchen den Vortritt.


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Gruß Wiggel