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Thema: Pfefferspray zum Joggen Ich denke, es ist heutzutage besser für ein/e Frau/Mädel beim Joggen z.B. in Parks ein K.O.-Spray dabei zu haben, um ...
  1. #61
    Formel 1 Tippmeister 2014 Avatar von Desperado
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Ich denke, es ist heutzutage besser für ein/e Frau/Mädel beim Joggen z.B. in Parks ein K.O.-Spray dabei zu haben, um sich im Notfall damit wehren zu können, wenn sich die Chance dafür ergibt, als kein Spray dabei zu haben und dadurch einem Täter auf jeden Fall chancenlos ausgeliefert zu sein. Es gibt extrem wirksame K.O.-Sprays, die auf 5-6m Entfernung treffsicher funktionieren und, wenn das CS-Gas gelhaltig ist, auch von Wind nicht verweht werden und somit das "Opfer" selbst schädigen könnten.
    Wenn ein Angriff urplötzlich und/oder von hinten erfolgt, nützt so ein Verteidigungsspray natürlich nichts, klar.
    Die sicherste Verteidigungswaffe für das schöne Geschlecht ist und bleibt aber der treuste Freund des Menschen, wobei ich, wenn ich ein Mädel wäre, einen Malinois einem Chihuahua nicht nur aus sportlichen Gründen bevorzugen würde
    Geändert von Desperado (07.01.17 um 00:51 Uhr)
    Jonn bedankt sich.

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  3. #62
    Mausschubser Avatar von Schpaik
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Zweierpotenz Beispiel zeigt für mich deutlich auf, dass das Gefühl der Sicherheit durch Pfefferspray im Grunde genommen nur eine Illusion ist. Nicht nur, das es für den/die Einzelne äußerst unwahrscheinlich ist tatsächlich beim Joggen oder anderen Gelegenheiten in Gefahr zu geraten (die Wahrscheinlichkeit liegt rein statistisch weit unter einem Promille), zudem hat es den Anschein das die Handhabung bei einer plötzlich auftretenden Gefahr zeitlich gar nicht gegeben ist Pfefferspray sinngemäß anzuwenden.

    Aus einer anderen Perspektive gesehen - in dem Fall meine - empfinde ich "bewaffnete" Menschen als durchaus gefährlich. Ich bin inzwischen einige Male im Dunkeln auf Menschen getroffen die auffällig ihr Hand in Hand- oder Jackentasche hatten oder sogar schon mit ausgestrecktem Arm und so einer Spraydose auf mich gezielt haben. Bisher ist nix passiert. Ich hoffe sehr, dass das auch nicht eintreten wird. Zwar kann ich irgendwo ein gewisses Misstrauen verstehen, aber ich bin eben fast zwei Meter groß bei einem Lebensgewicht von fast 100 Kilo. Das hab ich mir nicht ausgesucht. Das ist so.

    Nur was sollte ich präventiv dagegen unternehmen? Mich auch ausrüsten, damit ich im Zweifelsfall zurück sprühen kann? Nur noch mit Gasmaske rumlaufen? Mir eine Bodycam anschaffen, damit ich Beweismaterial habe?

    Eine Anschaffung bzw. Mitnahme von Waffen aller Art (auch Pfefferspray) halte ich schlicht für falsch. Gut, ich habe eigentlich immer meinen Letherman am Gürtel mit. Da sind auch zwei Messer mit drin. Dies sehe ich jedoch als Werkzeug an. Eine Verteidigung ist damit nicht gegeben. Bis ich diese da rausgefummelt habe vergeht viel zu viel Zeit. Da ist jeder Kugelschreiber schneller und besser du handhaben.

    Der Kauf von Pfefferspray ist aus meiner Sicht einfach nur ein Gewinn für die Hersteller. Anwendungsgebiete sehe ich eigentlich nur in Demonstrationen - wenn man den aggressiven Part betreiben will - in Gebieten wo man auf gefährliche Hunde oder ähnliche Tiere trifft oder in Bandenkriegen.

    Eine ordentliche Überlegung (um zum Thema Joggen zurückzukommen) wo und wann man läuft, halte ich für alle Mal sinnvoller. Falls die Gegend, in der man wohnt, eher zu den gruseligen Teilen Deutschlands gehört, wäre vielleicht auch die Anschaffung eines Laufbandes sinnvoll. Oder man trainiert sich in einer Halle, ändert die Sportart oder oder oder. Bewaffnung gegen "mögliche" Gefahren ist IMMER der falsche Weg.

    Eine absolute Absicherung ist jedoch niemals gegeben. Als Beispiel: Im Schnitt haben wir in Deutschland etwa 3000 Verkehrstote pro Jahr. (mal mehr mal weniger.. aber es pendelt sich erschreckend in diesem Bereich ein) Das sind etwa 10 am Tag. - Da hilft kein Pfefferspray, wenn man von einem Auto überrollt wird.
    Zweierpotenz und gisqua bedanken sich.

  4. #63
    Ghostwriter Avatar von Zweierpotenz
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Zitat Zitat von Desperado Beitrag anzeigen
    Ich denke, es ist heutzutage besser für ein/e Frau/Mädel beim Joggen z.B. in Parks ein K.O.-Spray dabei zu haben, um sich im Notfall damit wehren zu können, wenn sich die Chance dafür ergibt, als kein Spray dabei zu haben und dadurch einem Täter auf jeden Fall chancenlos ausgeliefert zu sein. Es gibt extrem wirksame K.O.-Sprays, die auf 5-6m Entfernung treffsicher funktionieren und, wenn das CS-Gas gelhaltig ist, auch von Wind nicht verweht werden und somit das "Opfer" selbst schädigen könnten.
    Ich halte das für völlig falsch!
    Zum einen: Der Name ist schon irreführend, "K.O.-Spray" hört sich so sehr augenblicklich wirkend an. Das sind Reizmittelsprays. Sie schlagen niemanden K.O., sondern reizen Augen und Schleimhäute - und das erst stark verzögert, wie ich schon schrieb. Ich bin alt und fett, aber sechs Meter schaffe ich locker in zwei Sekunden. Selbst, wenn ich also von einer Ladung getroffen würde, könnte es mich überhaupt nicht davon abhalten, meine Absichten durchzuführen.

    Auf der anderen Seite neige ich nicht dazu, junge Mädchen zu überfallen. Wenn ich also mit einem Reizmittel angegriffen würde, wäre es völlig ungerechtfertigt und würde nur aufgrund überdrehter Phantasie geschehen. Dies wäre aber ein realer Angriff - und in diesem Fall hätte ich keine Hemmungen, dafür zu sorgen, dass dieser üble Angriff auf mich sofort endet und danach die Polizei einzuschalten.
    Nehmen wir also als Beispiel unsere kleine Julia, sie hätte sich dann ein, zwei üble Schläge im Bereich von Brust und Gesicht eingefangen und würde Dreck schlucken. Danach hätte sie noch eine Anzeige wegen Körperverletzung und Missbrauch von Reizmittel am Hals und ich würde auch nicht davor zurückschrecken, zivilrechtlich Schmerzensgeld zu fordern. Denn "es war dunkel", "seine Kleidung war dunkel", "da war sonst niemand und ich hatte Angst", "der ist gerannt" sind keine Argumente, die Julia vor einer Strafe schützen würden.

    Um das noch einmal festzuhalten:
    1. Solange Julia das Spray nicht ständig in der Hand hat, hat sie überhaupt keine Chance, es schnell genug einzusetzen.
    2. Solange niemand brüllend auf Julia zu rennt, darf sie es Reizmittel nicht einsetzen. Das aber wird kaum vorkommen.
    3. Ihre eingebildeten Angstfaktoren dürfen kein Grund sein, einfach mal das Zeug einzusetzen, damit sie sich besser fühlt.
    4. Selbst, wenn der Verdacht berechtigt gewesen wäre, könnte sie es nicht nachweisen, denn der reale Angriff ging von ihr aus.
    5. Der Einsatz des Reizmittels bewirkt, dass sie nicht das einzig sinnvolle macht, nämlich sich in Sicherheit zu bringen.

    Diese Reizmittelsprays sind also völlig ungeeignet. Sie vermitteln eine falsche Sicherheit, die bewirkt, dass man sich nicht umsichtig verhält.
    Natürlich verstehe ich Julias Anliegen, ein Hilfsmittel einzusetzen, um ihre körperliche Unterlegenheit gegenüber einem möglichen Angreifer auszugleichen. Einfach nur ein halber Meter daumendickes Kabel, um damit um sich zu schlagen, wenn ihr wirklich jemand zu nahe kommen sollte, wäre sinnvoller. Es hat nur nicht das niedliche Format wie solch ein kleines Spray.
    Wenn ein Angriff urplötzlich und/oder von hinten erfolgt, nützt so ein Verteidigungsspray natürlich nichts, klar.
    Ein anderer Fall wird aber nicht eintreten. Niemand wird Julia auf zwanzig Meter zurufen "Ich werde dich vergewaltigen, wenn ich dich erst einmal erreicht habe!". Wenn Julia sich aber bei zwanzig Meter Distanz sagt "Der Typ ist mir unheimlich, ich verpiss mich.", dann hat sie einen guten Vorsprung.
    Die sicherste Verteidigungswaffe für das schöne Geschlecht ist und bleibt aber der treuste Freund des Menschen, wobei ich, wenn ich ein Mädel wäre, einen Malinois einem Chihuahua nicht nur aus sportlichen Gründen bevorzugen würde
    Ja...
    Ich würde mindestens 80% der deutschen Hundebesitzer nicht zutrauen, ausgerechnet mit einem Mali klar zu kommen. aber er wäre sicherlich ein guter Gefährte für solche Situationen.
    Ehrlich gesagt, der überwiegende Teil der Hunde, egal welche Größe, sind Schäfchen, die mit der Situation überfordert wären und nichts machen würden. Aber da man nicht wissen kann, ob der Wauwau nicht doch zu den anderen gehört, ist er schon eine recht gute Prävention.
    Schpaik bedankt sich.

  5. #64
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Beim Einsatz von Pfefferspray sind erstens schnelle, aber kontrolliert treffsichere Bewegungen angesagt. Es darf unter keinen Umständen passieren, daß der Gegner eine Hand oder irgendein anderes Körperteil zu fassen bekommt. Beim Drücken auf den Auslöser ist die Luft anzuhalten und die Augen sind zu einem Schlitz zusammenzuziehen, so daß man geradesoeben noch etwas sieht.

    Und natürlich, ich bin schon einmal von einem großen Hund angefallen und auf den Boden geworfen worden, die Leute haben herumgestanden und gelacht. Er hat mich nicht gebissen (denn ich habe keine Narben!), aber ich bin nach hinten auf den Kopf gestürzt, habe mich übergeben, zwei Wochen konnte ich kein Licht und keine hohen Töne ertragen, wochenlang Kopfschmerzen beim Lesen... Es gibt darüber keine Belege, meine Freundin hat mich zwar zum Arzt gebracht, aber der wollte gleich bares sehen und soviel hatten wir nicht. Das war damals, in Südfrankreich, 2003.Zurückfahren ging nicht. Bei jeder Bewegung des Autos tat der Kopf unheimlich weh.

    Eine Lüge ist das Schwierigste was es gibt. Man darf sie sein Leben lang nicht vergessen. Möglichst viele Dinge der Lüge müssen der Wirklichkeit entsprechen. Ich selbst bin mit soetwas schon einmal durchgekommen. Es entsprach aber alles der Wirklichkeit. Nach einem Griff in meinen Nacken habe ich mich spontan so gewehrt, daß die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht annähernd gegeben war. Und anschließend "unterlassene Hilfeleistung". Aber: Es gab eine Vorgeschichte. Mich hatte mal jemand an der Hand gepackt, herumgewirbelt bis ich am Boden lag und mit der Beinschere gehalten.

    Daraufhin habe ich jeden Tag, damals beim IfL in Hannover viereinhalb Stunden trainiert. Und mich psychisch auf die nächste Situation vorbereitet. Was machst du wenn? Du hast nur innerhalb der ersten Sekunde eine Chance. Entscheidend in der Gerichtsverhandlung war, daß ich keine Schuld hatte. Durch den Schreck beim Anfassen war ich nicht schuldfähig. Wichtig ist auch, nur reden, wenn man gefragt wird. Ich hatte damals das Bedürfnis, mich zu lösen, draufloszuquatschen, meine Phantasie hatte noch dies und das ausgeschmückt, sprich: ich habe mich in Widersprüche verwickelt, obwohl die Geschichte wahr war.

    Ein Psychater mußte das geradebiegen. Was war das für ein Aufwand. Aber ich bereue nichts. Ich kenne mehrere solche Geschichten. Wenn jemand mit einer Waffe auf dich zielt, weißt du niemals, ob er dir nichts tut, wenn du machst was er sagt. Du mußt in der Situation eine Entscheidung fällen. Es gibt dann auf einmal keine halben Sachen mehr. Es gibt nur: Kampf mit allen Konsequenzen, oder aufgeben. Einen Mittelweg gibt es nicht. Was sagten schon die Alten: In der allergrößten Not, führt der Mittelweg zum Tod

    Noch einen Nachtrag: Man muß schon durch eine leichte Korrektur der Wirklichkeit dafür sorgen, daß man für die Notwehr nicht bestraft wird. Aber diese Korrektur darf nicht nachweisbar sein! Und noch etwas: Niemals darf es passieren, weil man ja stolzer Besitzer eines Pfeffersprays oder einer anderen Waffe ist, daß man eine Situation eskalieren läßt, in der man sonst deeskalierend sich verhalten hätte.
    Geändert von chmul (13.01.17 um 18:41 Uhr) Grund: Zur besseren Lesbarkeit einige Leerzeilen eingefügt.

  6. #65
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Ich bin nicht ganz zufrieden mit Deinem Beitrag Bukki. Dazu aufzurufen vor Gericht gegebenenfalls zu lügen, finde ich äußerst bedenklich. Man mag den Impuls haben, zuzustimmen, wenn man nur so einen Angreifer seiner Strafe zuführt und Schaden von sich selbst abwendet. Aber offen eine bewusste Falschaussage zu empfehlen ist nicht akzeptabel. Sei doch so freundlich und entferne die entsprechende Passage aus Deinem Beitrag.

    Dass Du Dich aber von einem Psychiater raushauen lassen musst, weil Du Dich aufgrund von erfundenen Details in Widersprüche verwickelt hast und dazu noch schreibst, dass Du das nicht bereut, lässt mich an Deiner Einsicht zweifeln.

    Widerlege mich!
    oxfort, Jonn, BigMäc und 2 weitere bedanken sich.

  7. #66
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Mein obiger Beitrag ist evt etwas mißverständlich. Das Phänomen der "Erinnerungstäuschung" ist bei Fachleuten, die sich damit beschäftigen, nichts besonderes. Jeder Mensch hat seine eigenen Werte und Normen, die Erinnerung wird, mal schneller, mal langsamer, mal scheibchenweise an das eigene Wertesystem angepaßt. Je belastender die Situation war, um so mehr Anpassungsarbeit findet statt.(Deswegen kann es durchaus Sinn machen, unmittelbar nach einem wichtigen Vorgang sich ganz allein irgendwo hinzusetzen und alles haarklein aufzuschreiben). Das sich jemand in Widersprüche verwickelt, ist für mich nichts besonderes. Im Gegenteil: Wenn ich jemand in gewissen Zeitabständen zum gleichen Vorgang etwas frage, und es kommt jedesmal exakt dasgleiche, und alles paßt supergut, noch schlimmer, mehrere Personen erzählen genau dasgleiche und genau dengleichen Ablauf, dann ist möglicherweise vor Gericht überzeugend, aber in Wirklichkeit oberfaul, die Sache ist abgesprochen, durchdacht und auswendiggelernt.

    Ich sage nicht, daß man bewußt lügen sollte, ich habe oben geschrieben, eine Lüge ist das Schwierigste, was es gibt....aber nicht nur deswegen.Andererseits muß man sich ganz genau überlegen, was man erzählt. Und wie man es erzählt. Man muß sich nicht als der "Held" darstellen, auch wenn man sich genau so fühlt. Meine Formulierung "Korrektur der Wirklichkeit" ist von der Wortwahl an dieser Stelle falsch.
    Das was ich hier schreibe, entspricht bitterer Lebenserfahrung.

    Zum Thema Lügen, Weglassen von Tatsachen usw:
    Bei Privatklagen (Schmerzensgeld, Schadensersatz...) ist es so: Alles, was man nicht erzählt hat, aber in der ersten Instanz hätte wissen können, kann man in einer zweiten Instanz nicht mehr vorbringen, es gilt sozusagen nicht.
    In Strafverfahren ist es so: Ist das Verfahren abgeschlossen und der Täter ist erst einmal freigesprochen, nützt es nichts, wenn man "noch was in Petto hat" und mit einem Teil der Wahrheit danach rauskommt. Freispruch ist Freispruch, und in Deutschland gilt "Rechtssicherheit". Nur wenn jemand zu Unrecht verurteilt worden ist, dann können neue Beweismittel eine Wiederaufnahme des Verfahrens rechtfertigen.

    Zu einem Kommentar weiter oben: KO-Spray und Pfefferspray ist nicht dasgleiche, CN und CS Spray ist auch nicht dasgleiche. Ich glaube, KO-Spray ist in Deutschland verboten. Beim Einatmen führt es augenblicklich, in weniger als einer Zehntel Sekunde zu einem eingebildeten Gefühl der Atemlähmung, kurz danach zu einer Muskelblockade und entsprechender Angst. Ich möchte bezweifeln, daß es jemand gibt, der nach Einatmen noch in der Lage ist, jemand anzugreifen. Nach zwei Sekunden ist wieder alles okay, meistens. Es gibt gute berechtigte Gründe, warum auch die Polizei in Deutschland kein Ko-Spray einsetzt und über Taser u.ä. nachdenkt.
    chmul und Hidden Evil bedanken sich.

  8. #67
    Mausschubser Avatar von Schpaik
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Hallo Bukki!

    Zunächst einmal: herzlich willkommen im Forum!

    Ich bin mir nicht sicher, was du wirklich aussagen möchtest.
    Das du dich schon mal irgendwo schlau gemacht hast, wie man ein Pfefferspray (oder ähnliches) handhaben soll, lese ich aus deinem Text. Du bist auch schon ein Mal von einem Hund umgerissen worden und auf den Kopf gefallen. Deiner Beschreibung nach würde ich hier auf eine Gehirnerschütterung tippen.

    Das mit der "Lüge" verstehe ich jedoch nicht. Da fehlt mir irgendwie der Zusammenhang. Das Menschen Lügen (und das tun sie) ist allgemein bekannt. Laut einer wissenschaftlichen Statistik lügt jeder Mensch etwa 280 Mal am Tag. Wobei hier auch die allgemeine Gestik, die Körperhaltung, das Lächeln auf Job, etc. mit eingerechnet werden.

    Daraufhin habe ich jeden Tag, damals beim IfL in Hannover viereinhalb Stunden trainiert. Und mich psychisch auf die nächste Situation vorbereitet. Was machst du wenn? Du hast nur innerhalb der ersten Sekunde eine Chance. Entscheidend in der Gerichtsverhandlung war, daß ich keine Schuld hatte. Durch den Schreck beim Anfassen war ich nicht schuldfähig. Wichtig ist auch, nur reden, wenn man gefragt wird. Ich hatte damals das Bedürfnis, mich zu lösen, draufloszuquatschen, meine Phantasie hatte noch dies und das ausgeschmückt, sprich: ich habe mich in Widersprüche verwickelt, obwohl die Geschichte wahr war.
    Diesen Teil empfinde ich als sehr konfus.

    Du hast jeden Tag viereinhalb Stunden?... Wie lange soll das gewesen sein? .... hast du keinen Job? .. keine Schule? .. keine Verpflichtungen?

    Im Normalfall sind Gerichtsverhandlungen über solche oder ähnliche Vorfälle erst nach diversen Monaten. Das ist von den Behörden / dem Staat / der Gerichtsbarkeit (wer auch immer) beabsichtigt, damit eben NICHT drauflos gequatscht wird. Sondern eine persönliche Einschätzung und Meinung gegeben werden kann. Die Opfer sollen Zeit bekommen sich dem Tatvorfall auch auf geistig-neutraler Ebene zu nähern. Oder eben so: Bitte keine emotionalen Ergüsse bei Gericht. - das ist deren Zielsetzung.

    Ein Psychater mußte das geradebiegen. Was war das für ein Aufwand. Aber ich bereue nichts. Ich kenne mehrere solche Geschichten. Wenn jemand mit einer Waffe auf dich zielt, weißt du niemals, ob er dir nichts tut, wenn du machst was er sagt. Du mußt in der Situation eine Entscheidung fällen. Es gibt dann auf einmal keine halben Sachen mehr. Es gibt nur: Kampf mit allen Konsequenzen, oder aufgeben. Einen Mittelweg gibt es nicht. Was sagten schon die Alten: In der allergrößten Not, führt der Mittelweg zum Tod
    Auch hier empfinde ich deine Aussage als sehr konfus. Nicht nur, das du nen Psychater an der Hand hast, sondern das du auch mehrere solcher Geschichten kennst. .... äh.. von was?
    - Von Psychatern an der Hand?
    - von Geschichten?
    überhaupt von welchen Geschichten?
    Eben war von dir noch die Rede, das du am Nacken gepackt worden bist, hier sprichst du schon von der Bedrohung von einer Waffe.... die Waffe hat dich nicht am Nacken gepackt, oder?


  9. #68
    Moderator Avatar von chmul
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    @ Bukki

    Oops, das "Herzlich Willkommen im Supernature-Forum" hatte ich völlig vergessen.

    Dein zweiter Beitrag liest sich schon ganz anders, danke dafür.

  10. #69
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    AW: Pfefferspray zum Joggen

    Ich habe damals in Hannover studiert. Von 17:30 bis 22 Uhr waren verschiedene Kurse am IFL, jeder Kurs 90 Minuten. Boxen, Taek won do, Viet vo dao, Jiu Jitsu, Shotokan. Montag bis Freitag. Samstag und Sonntag war nichts.

    Gerichtsverhandlungen sind nicht deswegen nach einigen Monaten, damit Täter, Opfer sich besinnen können, sondern weil die Gerichte schlicht und ergreifend überfordert sind.

    Das jeder Mensch 280 mal am Tag lügt, halte ich für eine Lüge. Hier stellt sich aber die Frage, inwieweit sich diejenigen, die sich mit diesen Untersuchungen beschäftigt haben, überhaupt wissen, was der Begriff Lüge meint. Körpersprache beispielsweise ist teilweise genetisch vorgegeben, ein anderer Teil wird intuitiv erlernt ein weiterer Teil wird wie Vokabeln erlernt. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Körpersprache bei ungefähr zwei Drittel der Menschen desselben Kulturkreises ähnlich ist, bei dem verbleibenden Drittel mehr oder weniger anders. Selbst der Anteil, wieviel wie erlernt wird ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Hier den Begriff "Lügen" einzusetzen, ist unangebracht. Obwohl es auch das gibt. Wenn jemand aber die Wahrheit erzählt, bestimmte Dinge aber wegläßt, wohlwissend, daß dadurch ein völlig anderer Eindruck entsteht, betrachte ich das als Lüge. Über letztere Definition kann man natürlich streiten.

    Um von Linden nach Hannover-Herrenhausen zu kommen, war der kürzeste Weg durch den Georgengarten, damals, 1972, bekannt für häufige Raubüberfälle und Vergewaltigungen. Die Polizei weigerte sich, die Anzahl der Streifen deutlich zu erhöhen. Die Polizei war damals mit Baader-Meinhof und der Jagd auf Haschisch beschäftigt. Mehr hat die nicht interessiert. Die Gerichte habe Vergewaltiger mit lächerlichen Strafen belegt. Viele waren nicht bereit, sich der Kriminalität zu beugen und den Riesenumweg über den Königsworther Platz zu nehmen. Jeder hat sich anders vorbereitet. Inspiriert durch einen Film von damals, bin ich als Mann auch gelegentlich nachts nach 22 Uhr mit rasierten Beinen, Perücke, Minirock und Hackmännern durch diesen Park. Andere aber auch, daher die vielen Geschichten. Daher weiß ich auch (Chemie-Student) über Kampfgase ein wenig Bescheid. Wenn ich hier von KO-Gas rede, meine ich nicht das Gas, was heute für Überfälle auf Autobahnparkplätzen verwendet wird, sondern das Aerosol 2-Chlor-1-phenylethanon in einer Konzentration von mehr als 1,5 %. In dieser Zubereitungsform ist es heute europaweit verboten. Von ballistol gibt es noch etwas Ähnliches als Hundeabwehrspray, allerdings nur als Gemisch CS / CN mit 0,9 %. Zum Vergleich: die Wasserwerfer der Polizei damals hatten eine Konzentration von 0,01 bis 0,03 %. Die Dosis macht das Gift. Die niedrige Dosis führt lediglich zu tränenden Augen, die hohe Dosis zur vorübergehenden Atem- und Muskellähmung. Ich persönlich halte den Einsatz von Waffen jeder Art für gefährlich, der Gegner kann sie in seinen Besitz bringen und auch gegen mich einsetzen. Und diese Techniken wie Luftanhalten, Augenkneifen sind nichts besonderes, beherrschen Kriminelle auf alle Fälle auch.

    Ich kann langgehen wo ich will, wie ich will und wann ich will. Ich habe niemanden darum gebeten, mich anzufassen. Trotz Notwehr kam ich damals in die Schulenburger Landstraße in Untersuchungshaft. Bei der Haftprüfung und diesen Dingen bin ich vom deutschen Staat betrogen und beschissen worden. Untersuchungshaft war nicht angemessen. Da gab es genügend andere, die wirklich kriminell waren und frei herumliefen. Meinen Anwalt kannte ich von Verkehrsdelikten, aber er hatte alles vorbereitet. Im "vorgezogenen Verfahren" bin ich dann freigesprochen worden. Mehr will ich dazu nicht schreiben.
    So, das ist jetzt über 40 Jahre her, und mittlerweile alles verjährt. Ich habe auch keine Lust, das noch in allen Einzelheiten breitzutreten. Ich wollte eigentlich nur sagen: Wer sich im Ernstfall für den Kampf entscheidet, muß sich richtig entscheiden, und auch richtig vorbereiten. Jeder Kampf, wirklich jeder, selbst die Schlägerei von zwei Besoffenen in der Kneipe oder die Prügelei von zwei 12jährigen wegen eines Mädchens kann kann mit dem Tode des Kontrahenten enden. Bin ich bereit, dieses Risiko einzugehen und komme ich seelisch damit auf lange Sicht klar? Mir ist klar, daß das für Frauen eine besonders blöde Situation ist, sie muß sich bei ungewünschtem Körperkontakt in Sekundenbruchteilen entscheiden zwischen einer Ohrfeige, woraufhin sie vom Mann überwältigt wird, oder dem Fauststoß gegen den Kehlkopf oder den Solar plexus, der ziemlich sicher ist, so er denn mit voller Kraft ausgeführt wird. Als Mann (bilde ich mir ein) habe ich es einfacher und kann es mir erlauben, zunächst einmal "weich" zuzuschlagen und zu gucken was passiert.

    Eine Sache sollte auch jedem klar sein (war mir damals so nicht klar, bzw hat mich nicht interessiert). Jeder, der irgendetwas gelernt hat, will das irgendwann ausprobieren. Das bedeutet leider auch, das jemand, der jahrelang dafür trainiert hat, einem Risiko nicht aus dem Wege geht.

    Jeder muß sich vorher überlegen, wenn was passiert, wie stehe ich vor Gericht da?

    So, jetzt schreibe ich nichts mehr zu diesem Thema. Viele Dinge sind in Deutschland verboten, ganz schnell schreibt hier irgendwer, am besten ich, irgendetwas wofür er strafrechtlich belangt werden kann. Wie gesagt: Legal und Legitim ist nicht dasgleiche, und jeder muß für sich überlegen, wo er steht, was er will, unter Berücksichtigung des Aspektes: Was will ich mit meinem Leben anfangen?

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