Seite 2 von 15 ErsteErste 12345612 ... LetzteLetzte
Ergebnis 16 bis 30 von 214
Danke Übersicht134Danke
Thema: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen Was ich mich frage: Wie lange sind wir noch zahlungfähig? Und bleiben wir das, wenn wir uns für den Bestand ...
  1. #16
    schläft auf dem Boardsofa Avatar von Ares47
    Registriert seit
    12.01.07
    Beiträge
    1.392

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Was ich mich frage: Wie lange sind wir noch zahlungfähig? Und bleiben wir das, wenn wir uns für den Bestand anderer Länder verschulden? Und wenn nicht, wer von unseren EU-Partnern würde für ein Deutschland, das bankrott ist bürgen? Allein Berlin hat über 60 Mrd. EUR Schulden. Gesamt betrachtet ist Griechenland dagegen eine Party mit Sekt aus Pappbechern.

    Wenn man sich mal den Beginn der EU betrachtet und was ursprünglich Kerngedanke war (dazu ein richtiger), dann hat das mit dem heutigen Konstrukt nichts mehr gemein. Zu viele Köche verderben nun mal den Brei.

    Auf der anderen Seite stehen die USA, die mit ihrer aggressiven Außenpolitik maßgeblich nur einem Wirtschaftszweig dienen, der dem Bürger nichts nützt und darauf auch noch offenkundig stolz sind. Und in der nächsten Ecke sitzt die große Wirtschaftsseifenblase China, das auch nur darauf wartet, dass jemand die Nadel für den großen Knall zückt.

    Wenn alle den Bach runter gehen, wie wäre es solidarisch, mit einer gemeinsamen Währung? Einen Weltdollar, wo im Zuge der Entwertung ganz viele Nullen hinten ran kommen. Vielleicht führt das ja im Winter zu besinnlicher Wärme, wenn die Leute wieder anfangen mit Geld zu heizen.

  2.   Anzeige

     
  3. #17
    imacer

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Den Schwachen die Unterstützung der Starken zu nehmen, um sie Selbstständigkeit zu lehren?
    Ganz genau. Fahrrad fahren lernt man auch nur ohne Stützräder

    Damit habe ich kein Problem, die PIIGS aber vermutlich schon. Eigene Währung hatten sie vorher schon, ging auch nicht viel besser. Nur sind sie mit der Einführung des Euro scheinbar kreditwürdig geworden (was sie vorher in dem Ausmaß niemals waren) und diese neu gewonnene Kreditwürdigkeit haben sie bis zum Erbrechen gnadenlos genutzt. Vermutlich in dem Glauben, dass ginge ewig so weiter.
    Was interessiert uns das, ob die damit ein Problem haben? Die Länder interessiert es ja auch nicht, was es die stärkeren Länder kostet.
    Etwas besser lief es mit eigenen Währungen schon. Die exorbitante Verschuldung trat ja erst mit Einführung des Euros und den damit verbundenen geringen Zinsen ein. Die eigenen Währungen erlaubten nur Anleihen zu wesentlich höheren Zinsen, da bremst man sich stärker bei Neuverschuldungen, sowohl als Staat als auch im privaten Bereich. (siehe Immobilien Krise)

    Geh mal zu Deiner Bank und mache denen klar, dass Du 2-3 kg Gold physikalisch erwerben willst: "Sie brauchen es auch nicht einzupacken, ich nehme es gleich so mit!"
    Bei proAurum zur Zeit für 37582 €/kg problemlos zu haben.
    Ob du allerdings solche Werte zu Hause aufbewahren möchtest? Denke da, gibt es bessere Alternativen, die ebenso gut schützen.

    Ob eine Bankfiliale nun schließt oder nicht, man muss ja nicht persönlich vor Ort sein, alles lässt sich in Sekunden börsengehandelt verkaufen.
    Wenn du so schwarzmalst, kannst du auch gleich davon ausgehen,d ass der private Besitz von Gold verboten ist. Dann kannst du Pech haben und jede Unze für 50 Euro an den Staat abtreten müssen.
    Es ging ja auch nicht darum IN der Krise zu verkaufen, sondern darum, das Vermögen über die Krise hinweg zu bewahren.
    Da floriert der Handel demnach wieder und alle Banken haben geöffnet

    Nun wird es aber ganz finster, mit gesperrten Grenzen und gesperrten Konten.
    Solche Szenarien sollten wir außen vor lassen, dafür gibt es keine sicheren Rezepte, dann sprächen wir gleich von Weltkrieg.

    Genau, sie haben sie abgewertet und das Mittel haben sie nun nicht mehr. Funktioniert auch nur, wenn die Schulden eines Landes bei Gläubigern in derselben Währung anfallen. Immerhin ließe sich so aber die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
    10 Jahre auf Pump leben mit Lohnsteigerungen und sozialen Standards von gut&böse...da hat die Solidarität in meinen Augen ein Ende.

    Die PIIGS haben aber inzwischen Schwierigkeiten, ihre Zinsen zu bedienen.
    Ein Grund mehr, nicht noch mehr Geld hinein zu pumpen.
    Dann muss man auch einmal so konsequent sein und die Gläubiger leer ausgehen lassen. Dafür verdienten sie Jahre zuvor an den Zinsen und jede Spekulation kann mal schief gehen.
    So wird ein falschen Zeichen gesetzt und jeder wiegt sich in Sicherheit, dass jede Anleihe weiterhin bedient wird.
    Zur Vorsicht mahnt das so niemanden, also läuft es munter weiter.

    Deinen letzten Sätzen ist nichts hinzuzufügen, ich weiß, dass die letzten Jahre eine reine Dollarschwemme waren, auf die Spitze getrieben durch Ankauf von Anleihen durch die FED...die Chinesen wollten wohl keine mehr

  4. #18
    imacer

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Wie lange sind wir noch zahlungfähig?
    Ich meine gelesen zu haben, dass es kritisch wird, wenn mehr als 40 % des Staatshaushaltes für Zinsen draufgehen.
    Davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Was die Zukunft bringt und ob aus den Bürgschaften noch Schlimmeres entsteht kann wohl niemand mit Gewissheit sagen.

    Man mag keine Weltwirtschaftskrise mit Hyperinflation heraufbeschwören, wenn, dann bitte in 50 Jahren oder später
    Weiter wird es danach aber wie gewohnt gehen, das zeigt die Geschichte.

  5. #19
    nicht mehr wegzudenken Avatar von Kalle Wirsch
    Registriert seit
    22.10.04
    Ort
    LargsNorth-SouthAustralia
    Beiträge
    384

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Zuerst, wer in Edelmetall Zertifikate investiert, oder sein Gold auf der Bank hat, dem ist eh nicht zu helfen.

    Konto in der Schweiz? na und, dann ist eben kein Schweizer Geld in der Tasche, sondern man sitzt auf einem Sack Kartoffeln aus der Schweiz.

    Mal davon abgesehen finde ich das Ganze eh eine Spinnerei.
    Ihr kauft Gold oder Silber um Euer erspartes zu erhalten.
    Wer für 10K Gold oder Silber kauft, kann wenn das heutige Geld flöten geht, sobald der neue Kanackentaler eingeführt wird, in das neue Geld zurück tauschen.
    Dazu reichen übrigens auch Aktien.

    Zu einer Hungerkatastrophe kommt es nicht und Benzin wird es auch weiterhin an den Tankstellen geben.
    Es geht hier um die Inflation die uns bevor steht.
    Ich meine, wie viele von Euch haben einen Bausparvertrag?
    wer eine Kapital-Lebensversicherung?
    Einen Sparvertrag (damals nannte man es das 624 Mark Gesetz) wo der Arbeitgeber zuschießt?
    Das sind die Verlierer dieser Geschichte.
    Würdet Ihr jeden Monat den selben Betrag in Silber oder Gold investieren, so bliebe die Kaufkraft erhalten.
    Nein, auch wenn der Gold- und Silberpreis morgen extrem steigt- Ihr bekommt trotdem fürs Gold nicht mehr Mercedes, Hosen oder Brot in einer Bäckerei.
    Es ist das Papier dessen Wert verliert.
    Gold wird also nicht teurer- es ist das Papier, das an Wert verliert.
    Wenn Ihr den Preis für ein Brot oder neues Auto vergleicht- so steigt der Preis ebenso wie der des Metalls.

    Als nächstes möchte ich auch etwas los werden.
    Amerika ist Pleite. Das weiß jeder doch wenn Amerika alles daran setzt, Europa ebenso schlecht- oder noch schlechter aussehen zu lassen, bleiben die Investoren für die Staatspapiere erhalten.
    Im Gegensatz zu amerikanischen Rating Agenturen, hat die chinesische, Amerika bereits schon 2x abgestuft und die sind Amerikas größter Gläubiger.
    Wer die derzeitig Wirtschaftsleistung, deren Prognosen und Geldpolitik anschaut, kann nur noch den Kopf schütteln.

    Das Ganze ist so ein Puppentheater, dagegen ist Griechenland ein Witz.
    Ich behaupte heute auf Grund dessen, was ich aus Presseberichten herauslese, dass dieser Ganze Euromist von den Amerikanern inszeniert wurde um den Bankrott abzuwenden.

    Im Übrigen- Der Euro wurde zur Bedingung der Franzosen für die Wiedervereinigung Deutschlands.
    Deren Geld verlor ständig gegenüber der starken Mark- das weiß jeder, der zu der Zeit regelmäßig getauscht hat.

    Ich kann jedem nur empfehlen, nicht mehr als ein paar 1000er als Notgroschen auf der Bank zu haben.
    Ansonsten alle Sparverträge kündigen und in Aktien oder Metalle zu investieren.
    Metalle zu Hause zu lagern oder im Wald oder Garten vergraben.
    Egal was kommen wird- neue Mark oder Kanackentaler, die Sparer werden die Verlierer sein, so wie schonmals bei Euro Umstellung, wo die Preise zuvor kräftig anzogen. (so viel zur Eurolüge)

    Edit:
    Ich muss hier mal etwas über Zertifikate los werden.
    Letzt gab es in USA ein Gerichtsurteil bei dem entschieden wurde, dass man mit Metallen handeln darf, obwohl diese nicht existieren. Da wurden Kunden Silberbarren verkauft, Lagergebühren kassiert und am Ende Gab es weder Silber, noch Lagerhäuser. Alles Legal.
    Heute wird bereits die Silberproduktion für die nächsten 2 Jahre gehandelt. Nicht nur das, es wird sogar weiter verkauft und das Zeug liegt nicht nur noch im Boden, seine Menge hat sich durch den Handel sogar verdreifacht.
    Butler- ein amerikanischer Silberinvestor nimmt sich dieses Themas an und fordert seit Jahren schon, die wirklichen Zahlen auf den Tisch zu legen. Stichwort Silberkomplott.
    Also wenn Metalle, dann nur so etwas das man auch in der Hand halten kann.
    Nur das existiert wirklich.
    Geändert von Kalle Wirsch (04.08.11 um 01:42 Uhr)

  6. #20
    Erster Beitrag
    Registriert seit
    03.08.11
    Beiträge
    1

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Sehr guter Beitrag, der der Wahrheit entspricht. Nur unsere Politiker reden diese Sache noch schön.

  7. #21
    imacer

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Im Großen und Ganzen kann ich deinem Beitrag auch nur zustimmen.
    Die Wortwahl ist etwas flapsig für das Thema, aber im Kern hast du schon Recht. Nur Kartoffeln mit dem Franken zu vergleichen...

    Wenn du es so sachlich siehst, darfst du dem Gold auch keinen Wert zu sprechen, das ist mehr Psychologie als alles andere.
    In der Industrie spielt es zB nur beim Schmuck eine große Rolle, anders als zB Silber, Kupfer oder Platin/Palladium.
    Alles (Materielle und Immaterielle) ist nur das wert, was ein anderer bereit ist, dir dafür zu zahlen und das zu dem Zeitpunkt, wo du verkaufst.

    Mit dem Wort "pleite" würde ich sparsam umgehen. Pleite sollte Zahlungsunfähigkeit bedeuten und zahlungsunfähig sind sie nicht.
    Dass die Zahlungen aus neuen Schulden resultieren und es immer "weiterrollen" ist etwas anderes, zunächst bedienen sie ihre Anleihen.
    Auch sollte man nicht vergessen dass die Länder hoch verschuldet, aber ebenso im Besitz von Werten sind, die man geltend machen kann.
    DIe USA haben nicht nur 14 Bill. Schulden, sondern sind ihrerseits auch Gläubiger in Höhe von ca. 2 Bill. Rechnet man noch alles dazu, was theoretisch zu verkaufen wäre, sieht die Sache anders aus.

    Das die "virtuelle" Geldmenge der Wertschöpfung durch Produktion und Dienstleistung davonläuft zeigt sich in Inflation.
    Wie schlimm und lange diese ausfällt bleibt abzuwarten.

    Vielleicht gibt es ja in 10 Jahren, kurz vor dem wirklichen Kollaps einen riesigen, globalen Schuldenerlass und das Spiel beginnt von vorne

    Zu den Metallen.
    So sollte man es an sich handhaben, aber wäre dir nicht auch unwohl, wenn du mehrere Zehntausend Euro in Goldbarren zu Hause lagerst? Unpraktisch und leichtsinnig, falls es jemand mitbekommt
    Ein wenig Vertrauen in das Funktionieren des Bankwesens ist schon noch nötig und dass der globale oder wenigstens europäische Zahlungsverkehr so dermaßen eingeschränkt wird, dass man seine "Papiere" nicht mehr los wird ist schon sehr schwarz gemalt. An dem Punkt dürften wir andere Sorgen haben?!

  8. #22
    nicht mehr wegzudenken Avatar von Kalle Wirsch
    Registriert seit
    22.10.04
    Ort
    LargsNorth-SouthAustralia
    Beiträge
    384

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Edit zuerst:
    Mehrere 1000 in Goldbarren? 1Kg liegt derzeit bei 37,950.00 EUR und man kauft bekannte Münzen in kleiner Stückelung wie Krügerrand oder Schweizer Goldvreneli und zwar steuerfrei.
    Auf Silber ist bei Münzen 7%, bei Barren 19% Umsatzsteuer (also wenn, dann Kilomünzen kaufen.)

    Ich schreibe mir hier die Finger Wund, weil ich nächstes Jahr meine bei der WWK abgeschlossene Kapital-Lebensversicherung nach 30 Jahren ausbezahlt wird.
    Was als Standbein zur Alterssicherung geplant war, reicht nächstes Jahr noch für einen Mittelklasse Wagen chinesischer Produktion oder 1 Jahr Vollrausch.
    Die Lüge, den Lebensstandart ins hohe Alter zu behalten, platzte mit Einführung des Euro.
    Sie war nur noch die Hälfte wert. Inzwischen hat sich dank schleichender Inflation wieder ein großer Teil Kaufkraft verabschiedet.
    Weitere 15% werde ich nächstes Jahr durch den Umtausch verlieren, da der Euro so schlecht, wie noch nie da steht- und vermutlich weiter verlieren wird. Das ist alles geplant, macht es doch Exporte billiger und entschuldet den Staat.

    Daher kann ich nur jeden warnen der hier mit liest.
    Macht diesen Sch.... nicht.
    Legt Euer Geld sinnvoll an.
    Jeder der sich noch an den "neuen Markt" erinnert sollte seine Konsequenzen ziehen.
    Deutschland ist ein Land von Sparern und ein Staat kann sich nur entschulden, in dem er Geld entwertet mittels Inflation.

    Hier gibt es ein nettes Beispiel.
    Die Westpack (meine Bank) bietet Zinsen auf dem Festkonto von derzeit 6,80%.
    Die Preiserhöhungen der beiden größten Supermarkt Ketten Coles und Woolworth waren in 2 Jahren 16%.
    Jeder der 1+1 zusammen zählen kann, weiß dass er jährlich 1,2% Kaufkraft verliert.
    Nach diesem Prinzip arbeiten Banken und Versicherungen.
    Grundsteuer +36%, Wasser +12%, Gas+8% und Strom +38% (in Victoria bis zu 51%)
    Lasst die Finger von Fonds, Sparplänen und ähnlichem Dreck.

    Was ich hier schreibe, sollte jeden nachdenklich machen.
    Mich hat man vor 29 Jahren ver..... -- und Euch?
    Seid Ihr schon verarscht worden, oder werdet Ihr noch?
    Geändert von Kalle Wirsch (05.08.11 um 00:25 Uhr)

  9. #23
    schläft auf dem Boardsofa Avatar von Ares47
    Registriert seit
    12.01.07
    Beiträge
    1.392

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    @ Kalle Wirsch: Meinst Du, jeder sollte sich lieber so absichern, dass er sich heute auf Kredit ein Grundstück mit Haus für ca. 250.000 Eur kauft und hofft, dass die Inflation so weit geht, dass man die Summe mit einem Studenlohn abgelten kann?

    Nach dem Motto: Es zählt doch nur die Zahl, nicht der Wert.

    Sehr interessant.

  10. #24
    imacer

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Hallo Kalle,
    welche Form des Goldes man bevorzugt, hängt von der anzulegenden Geldmenge ab, schließlich gibt es auch kleine Barren.
    Bei den düsteren Aussichten, die man deinen Beiträgen entnehmen kann, dürfte die MwSt nicht ins Gewicht fallen (wobei Gold als Anlage auch bei großen Barren MwSt befreit ist, nur eine gewisse Reinheit muss vorliegen 995)
    Du redest aber von einer drastischen Inflation, (oder?), da machen 19 % nicht viel aus. Umso besser aber natürlich, wenn man sie umgehen kann.
    Je nach Anleigezeitpunkt und Zeitraum kann es auch mit einer Anlage in Gold böse ins Auge gehen. In den 80er Jahren kostete eine Unze auch 600 US$, das wären in 30 Jahren (bis heute) also auch nur 150 % Plus gewesen.
    Glaube kaum, dass es die Inflation ausgleichen konnte.

    So sehr ich deinen Unmut verstehen kann und dir in vielen Punkten Recht gebe, eine Alternative zeigst du nicht auf. Kapital-Lebensversicherungen gibt es gute und schlechte und sicher hat sich die Anlage für viele in den letzten 30 Jahren gelohnt. Versicherungen kostet aber nun einmal Versicherungsbeiträge. Wenn also 100 € eingezahlt werden, fließen davon nur 80-95 € in die Anlage. Da bringt ein Zins von 4 % kaum etwas.

    Was aber sollten junge Menschen heutzutage machen, wenn sie 20 oder 200 € mtl. sparen möchten, um im Alter nicht mittellos dazustehen?
    Monatlich 1 g Gold kaufen und hoffen, dass dieses im Jahre 2050 nicht wieder an einem niedrigen Punkt steht (in welcher Währung auch immer)?

    Ob man vera... wird oder nicht, zeigt sich leider erst im Nachhinein. Niemand kann die Entwicklung der Preise für irgendetwas vorhersagen, schon gar nicht wenn es um Zeiträume von Jahrzehnten geht.

    Eine gesunde Mischung aus (Unternehmens-)Anleihen, soliden Aktien und Rohstoffen, evtl. auch Immobilien sollte der vernünftigere Weg sein, statt alles auf eine Karte zu setzen, von der man auch nicht weiß, ob es nicht die A-Karte ist.

    Grüße nach Downunder
    imacer
    Geändert von imacer (05.08.11 um 20:10 Uhr) Grund: MwSt

  11. #25
    schläft auf dem Boardsofa Avatar von Ares47
    Registriert seit
    12.01.07
    Beiträge
    1.392

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Ich stimme Imacer zu. Man kann sich nicht 100-%-ig absichern. Die Mischung macht es. Und gerade für junge Leute ist es schwer, den richtigen Mittelweg zu finden. Bis zur Rente ist es noch lang. Und ob man überhaupt noch was davon in 40 Jahren sieht und wie viel, kann heute keiner sagen.

    Sollte sich der Trend fortsetzen und minder bezahlte Arbeitsplätze in der Masse die Stütze des Staates sein, wird es bei weiter steigender Arbeitslosigkeit, keine zureichende Versorgung im Alter geben.

    Persönlich denke ich, jeder sollte versuchen, sich ein Eigenheim anzuschaffen. Egal, ob Wohnung oder Haus. Wenn es bis zur Rente abgezahlt ist, wohnt man quasi mietfrei. Die Mieten werden weiter steigen und bald einen noch größeren Teil vom Netto verschlingen. Nebenbei kann es nicht schaden, in Fonds zu investieren. Einige Wertpapiere haben in solchen Zeiten immer ein Plus zu verzeichnen. Doch die können sich die Meisten nicht mehr leisten.

    Ferner werden viele Dinge, die man sich vorher wie selbstverständlich nebenbei geleistet hat, zum Luxus.
    Eigentlich ist es in der Masse der Bevölkerung jetzt schon der Fall, lebten alle nach dem Prinzip: "Ich kann nur ausgeben, was ich habe."

    Weil es aber Normalität geworden ist, beispielsweise das Handy für 329,99 EUR auf 48 Monatsraten zu kaufen (wenn mal so lange hält), sieht oberflächlich noch gut aus. Jeder kann sich sowas leisten. Aus meiner beruflichen Tätigkeit heraus habe ich mitbekommen, wie viele junge Menschen unter 30 Jahren schon in die Privatinsolvenz gehen. Wer schulden von 200.000 EUR hat, ist nach sieben Jahren fein raus. Und das ist ein weiteres Problem. Die Wirtschaft versucht den Konsum auf diese Weise zu beleben und verliert durch diese Taktik auf lange Sicht. Das Recht auf Privatinsolvenz verkommt zu einer flächendeckenden Kapitalvernichtung.

    Im Anschluss dazu sollten die euphorische Meldungen der Umsatzzahlen zur Weihnachtszeit mal realistisch ins Verhältnis gesetzt werden. Wenn es in den Medien heißt: "Trotz Wirtschaftskrise wird mutig weiter Konsumiert und der Handel verzeichnet zum Vorjahr ein Plus von xyz Prozent Zuwachs. Das Vertrauen in die Wirtschaft ist da." Ja klar, wenn man fleißig die Zahlen auf den ausgegebenen Kassenbons zusammenrechnet. Mich würde mal interessieren, wie viel Geld da wirklich angekommen ist. Sprich, wie viel Prozent des Umsatzes beruhen auf Verbindlichkeiten?

    Die Spirale wird sich immer weiter drehen. Wir sind an einigen Stellen schon längst in Griechenland angekommen, gestehen es uns nur selber nicht ein, weil wir es nicht wahr haben wollen, unseren Lebensstandard für eine Weile reduzieren zu müssen bzw. einige diesen Standard nach dem o. g. Prinzip nie erreicht haben.

    Ob es uns wie die Griechen trifft, liegt an den Spekulanten, der Wirtschaft und des globalen politischen Kalküls. Was daraus resultiert, wird die Zeit zeigen.

  12. #26
    Praktizierender Atheist Avatar von Grainger
    Registriert seit
    20.04.02
    Ort
    Odenwald
    Beiträge
    5.138

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Zitat Zitat von Ares47 Beitrag anzeigen
    Persönlich denke ich, jeder sollte versuchen, sich ein Eigenheim anzuschaffen. Egal, ob Wohnung oder Haus. Wenn es bis zur Rente abgezahlt ist, wohnt man quasi mietfrei. Die Mieten werden weiter steigen und bald einen noch größeren Teil vom Netto verschlingen.
    Eine alte Binsenweisheit sagt, dass es nur drei Dinge gibt, die den Wert einer Immobilie ausmachen:
    die Lage, die Lage und die Lage!

    Die Bevölkerungszahlen in Deutschland sinken laut Statistischem Bundesamt derzeit um ca. 200.000 Einwohner/Jahr. Wenn ich jetzt grob vereinfache, unterstelle ich mal, dass dadurch der Bedarf an Wohnungen um 100.000/Jahr sinkt.

    Das wirkt sich mittelfristig durchaus auch auf die Mieten aus. Natürlich nicht in den bevorzugten Wohnlagen wie München, Frankfurt/Main, Hamburg, usw. (eben in allen Ballungszentren). Aber in diesen Wohnlagen werden sich ohnehin die wenigsten von uns Wohneigentum kaufen können.

    Alle Energiekosten werden ganz sicher weiter steigen und dadurch auch die Kosten für Berufspendler.

    Wohneigentum in gewisser Entfernung zum Arbeitsplatz wird drastisch an Wert verlieren. Die Stadtflucht, die man sich mit Spritpreisen der 60er und 70er Jahre finanziell erlauben konnte, ist schon heute für die meisten gar nicht mehr finanzierbar.

    Es fällt aber auf, dass trotz steigendem Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung das Durchschnittsalter in den Großstädten bzw. Ballungszentren seit Jahren langsam aber kontinuierlich sinkt. Das hängt damit zusammen, dass die Älteren nach Erreichen des Rentenalters die teuren Wohnlagen in den Großstädten verlassen und in die umliegenden Naherholungsgebiete umziehen (deren Durchschnittsalter dadurch statistisch schneller steigt als das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung).

    Das betrifft vor allem die Großstädte und deren Umfeld, die eine gute verkehrstechnische Infrastruktur haben und in denen man auch nach einem Umzug noch mit U-Bahn/S-Bahn schnell in die Städte kommt.

    Solche Wohnlagen sind sicher auch mittelfristig sehr interessant, aber eine (eventuell geerbte) Immobilie am A*sch der Welt ist mehr oder weniger ein Klotz am Bein.

  13. #27
    imacer

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    @Grainger

    Dein Beitrag spiegelt genau meine Meinung wieder. Die wenigsten Immobilien (gerade zur Nutzung als Eigenheim) dürften sich lohnen.
    Neben dem Kaufpreis spielen die Zinsen über die Jahrzehnte eine große Rolle.
    So wird ein Schnäppchenhaus für 120000 € locker 250000 € verzehrt haben, bis es abbezahlt ist. Dazu kommen Rücklagen für Reparaturen, Nebenkosten (die durch die oft größere Nutzfläche im Vgl. zu einer Mietwohnung oft höher ausfallen) und ggf. Kosten durch das Pendeln zum Arbeitsplatz.
    Auch das Eigenkapital (welches beim Immobilienerwerb vorhanden sein sollte) ließe sich alternativ anlegen. Die durch den Hauskauf entgangenen Zinsen werden oft auch nicht berücksichtigt.
    Ein Haus im Grünen, zu weit ab von den genannten Städten dürfte für viele im Jahr 2040 oder 2050 eine böse Überraschung ergeben. Oft erzwingt der schlechtere Gesundheitszustand im Alter ja einen späteren Verkauf der Immobilie, so dass man dann doch wieder in einer (Miet-)Wohnung landet, wenn es gut geht, schlimmstenfalls im Pflegeheim oder einem betreuten Objekt. Aber wer erwirbt schon so etwas, wenn er jung ist und sich bester Gesundheit erfreut...?

  14. #28
    schläft auf dem Boardsofa Avatar von Ares47
    Registriert seit
    12.01.07
    Beiträge
    1.392

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    @ Grainger und imacer:

    Das mit der Lage streitet ja keiner ab. Häuser müssen nicht zwangsläufig schlecht gelegen sein und nicht immer nur 50 Km von der Stadt entfernt liegen. Zumal jeder im Vorfeld entscheiden kann, wo er seine Hütte haben möchte (wenn es denn ein Haus sein muss).

    Immobilie heißt nicht, dass es ein Grundstück ist. Eigentumswohnungen sind auch recht begehrt. Falls man mal wegen der Arbeit umziehen sollte, kann ich diese weiter vermieten, um sich die Wohnung am Arbeitsplatz leisten zu können. In einem angemessenem Zeitraum vor der Rente den Eigenbedarf anmelden. Teils machen das schon einige. Diese Rechnung scheint aktuell aufzugehen. Sicherlich existieren auch Gefahren (z. B. Eigentümergemeinschaft und deren Risiken usw.).

    Als Rentner kann es mir doch egal sein, ob ich meine eigene Wohnung in Hamburg, München oder Berlin habe. Ebenso die Wertentwicklung, da ich nicht verkaufen will [(was ich habe, das habe ich) - (Ähnlicher Sachverhalt: Lohnt es sich denn ein neues Auto zu kaufen, bei dem Wertverlust?)].

    Wie sich die Lage in 2050 aussieht, kann hier ohnehin keiner sagen. Im Grunde kann jeder in den Raum werfen: "Lohnt nicht, es wird alles immer schlechter." Und da sei es nebensächlich welcher Vorschlag gemacht wird. Zu jedem Weg kann ich ein Horrorszenario spinnen. Das schürt doch unweigerlich zu jeglicher Lebenslage Ängste und lähmt, weil man sich gar nicht mehr traut, nach vorn zu blicken...

  15. #29
    Praktizierender Atheist Avatar von Grainger
    Registriert seit
    20.04.02
    Ort
    Odenwald
    Beiträge
    5.138

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Zitat Zitat von Ares47 Beitrag anzeigen
    Immobilie heißt nicht, dass es ein Grundstück ist. Eigentumswohnungen sind auch recht begehrt.
    Niemals im Leben kaufe ich eine Eigentumswohnung!

    Damit haben zu viele Leute in meinem Bekanntenkreis ganz einfach schlechte Erfahrungen gemacht. Das fängt bei Eigentümerversammlungen an, in denen Investitionen beschlossen werden, die man gar nicht mittragen will (schreibst Du ja selbst weiter unten) und hört bei Immobilien, aus denen immer mehr Eigentümer ausziehen und die Wohnungen dann an untere soziale Schichten vermieten noch lange nicht auf.

    Im Falle eines Freundes von mir hat die Stadt aus einer Erbstreitigkeit recht günstig eine größere Zahl Wohnungen in einem Hochhaus gekauft, in dem er eine selbstgenutzte Eigentumswohnung hatte. Anschließend wurden da mehrere Asylantenfamilien einquartiert.

    Das hat den Wert seiner Eigentumswohnung beim Verkauf locker um 25% reduziert.
    (Ähnlicher Sachverhalt: Lohnt es sich denn ein neues Auto zu kaufen, bei dem Wertverlust?)].
    Mache ich tatsächlich ebenfalls nicht. Ein neues Auto ist aus meiner Sicht eine vollkommen sinnlose Investition so lange der Gebrauchtwagenmarkt 2-4 Jahre alte Wagen mit niedriger Laufleistung anbietet, bei denen schon der Erstkäufer den Löwenanteil des Wertverlustes getragen hat.

    So etwas kaufe ich und fahre es dann bis zum bitteren Ende.
    Falls man mal wegen der Arbeit umziehen sollte, kann ich diese weiter vermieten, um sich die Wohnung am Arbeitsplatz leisten zu können.
    Als Vermieter einer Wohnung unter Umständen mehrere hundert Kilometer entfernt zu wohnen und zu arbeiten ist nicht so prickelnd. Wenn Du ein paar Mal im Jahr dahin fahren musst, um Dich um alles mögliche zu kümmern, decken die Mieteinnahmen kaum den Zeit- und Geldaufwand.

    Beauftragt man einen gewerblichen Wohnungsverwalter damit, wollen die auch reichlich Geld sehen.
    Als Rentner kann es mir doch egal sein, ob ich meine eigene Wohnung in Hamburg, München oder Berlin habe. Ebenso die Wertentwicklung, da ich nicht verkaufen will [(was ich habe, das habe ich) - (Ähnlicher Sachverhalt: Lohnt es sich denn ein neues Auto zu kaufen, bei dem Wertverlust?)].
    Auch als Rentner hat man ein soziales Umfeld, dass man vielleicht nicht aufgeben will. Natürlich könnte ich (ich bin ja selbst höchstens noch 10 Jahre von der Rente entfernt) dann irgendwo in der Einöde eine günstiges Haus kaufen. Aber da sitze ich dann Mutterseelenallein, kenne kein Schwein und habe u.U. 25 km Fahrt bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit.

    Wenn überhaupt, dann miete ich in so einer Region eine Hütte (man kann davon ausgehen, dass in Regionen mit sehr günstigen Immobilienpreisen auch die Mieten ins Bodenlose gestürzt sind) und wenn es mir da nicht mehr passt, kündige ich das Objekt und suche mir etwas anderes.
    Zu jedem Weg kann ich ein Horrorszenario spinnen. Das schürt doch unweigerlich zu jeglicher Lebenslage Ängste und lähmt, weil man sich gar nicht mehr traut, nach vorn zu blicken...
    Es gibt aber Szenarien, die sind wahrscheinlicher als andere. Natürlich kann keiner in die Zukunft sehen, aber nach derzeitigem Sachstand ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bevölkerungszahlen in Deutschland weiter sinken und gleichzeitig das Durchschnittsalter immer weiter steigt (mit allen damit verbundenen Konsequenzen auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt, usw.) eben sehr viel wahrscheinlicher als ein Szenario, bei dem man mit einem massiven Zuzug von lauter jungen hochqualifizierten und hochmotivierten Arbeitnehmern aus dem Ausland rechnen kann.

    Jeder von uns muss seine Zukunftsplanungen selbst treffen, meine sehen eben kein Wohneigentum in irgendeiner Form vor.
    Geändert von Grainger (07.08.11 um 14:13 Uhr)

  16. #30
    Praktizierender Atheist Avatar von Grainger
    Registriert seit
    20.04.02
    Ort
    Odenwald
    Beiträge
    5.138

    AW: Wirtschaftslage in Griechenland und die Folgen

    Bald fällt unsere Regierung um und stimmt Eurobonds zu.

    Das heißt unterm Strich nichts anderes, als das die Länder der Eurozone offiziell gesamtschuldnerisch haften und ein Transfersystem aufgebaut wird, dass den Schweinestaaten dauerhaft einen Zufluss von Mitteln aus den Kassen der (noch) reicheren Ländern garantiert.

    Wohlgemerkt zusätzlich zu den ohnehin fließenden EU-Subventionen.

    Sollte unsere Regierung so etwas zustimmen, kommt das dem endgültigen Ausverkauf Deutschlands gleich.
    Dann braucht man zukünftig in Deutschland auch nicht mehr zu wählen, sondern kann sich gleich von Griechenland, Portugal oder Italien mitregieren lassen.

Seite 2 von 15 ErsteErste 12345612 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Information Griechenland, wir zahlen!
    Von schrotti im Forum Boardsofa
    Antworten: 40
    Letzter Beitrag: 30.07.10, 03:25
  2. [EM 2008] Griechenland - Russland
    Von Supernature im Forum Das Sportstudio
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 15.06.08, 11:20
  3. [EM 2008] Griechenland - Schweden
    Von Supernature im Forum Das Sportstudio
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 11.06.08, 10:25
  4. [Fussball - EM 2004] Griechenland ist Europameister
    Von Astrominus im Forum Das Sportstudio
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 06.07.04, 21:17
  5. Griechenland im EM-Finale
    Von Wolfi im Forum Das Sportstudio
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 02.07.04, 14:53

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Content Relevant URLs by vBSEO 3.6.1

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53